Straße von Hormus: Schiffsverkehr nach US-Iran-Krieg fast eingestellt
Nur drei Schiffe passierten die Meerenge in 24 Stunden – normalerweise sind es täglich rund 140.

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Dienstag weitgehend zum Erliegen gekommen. Schifffahrtsdaten zeigen, dass in den vergangenen 24 Stunden lediglich drei Schiffe die strategisch bedeutende Wasserstraße passierten. Über diese Route wird üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Öl und Flüssigerdgas abgewickelt – die Blockade hat damit globale Auswirkungen auf die Energiemärkte.
Auslöser der Krise ist eine US-Blockade iranischer Häfen, die Teheran erzürnt und das Land dazu veranlasst hat, eigene Beschränkungen für die Meerenge aufrechtzuerhalten. Seit dem Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus drastisch eingebrochen. Vor dem Konflikt passierten täglich rund 140 Schiffe die Passage.
Nur vereinzelte Schiffe passieren die Meerenge
Schiffsverfolgungsdaten der Plattform MarineTraffic belegen, dass der Produkttanker Ean Spir die Straße von Hormus am Dienstag durchfuhr, nachdem er zuvor einen irakischen Hafen angelaufen hatte. Auch das Frachtschiff Lianstar durchquerte die Meerenge von einem iranischen Hafen aus. Darüber hinaus überquerte der Flüssiggastanker Meda die Meerenge am Montag bei seinem zweiten Versuch, den Golf zu verlassen, nachdem er zuvor umgekehrt war – dies geht aus einer Satellitenanalyse des Datenspezialisten SynMax hervor.
Diese drei Bewegungen sind nur ein Bruchteil des früheren Verkehrsaufkommens. Mehr als ein Dutzend Tanker hatten die Meerenge noch durchfahren, nachdem der Iran sie am Freitag kurzzeitig für offen erklärt hatte. Doch die Lage bleibt äußerst angespannt.
Waffenstillstand in Gefahr – Iran schwört Vergeltung
Ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran schien am Dienstag gefährdet. Der Iran schwor Vergeltung für die US-Beschlagnahmung eines seiner Schiffe und weigerte sich, an neuen Friedensgesprächen teilzunehmen. Die iranische Armee teilte mit, ein iranischer Tanker sei am Montag mit Hilfe der iranischen Marine aus dem Arabischen Meer in iranische Hoheitsgewässer eingefahren – trotz wiederholter Warnungen und Drohungen seitens des US-Marineverbands.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energieversorgungsrouten der Welt. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist der einzige Seeweg, über den Öl und Flüssigerdgas aus Ländern wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, dem Irak und dem Iran in die Weltmärkte gelangen. Eine anhaltende Blockade hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung und die Rohstoffpreise.
