Starbucks schließt 250 Filialen: Niccol treibt Effizienzkurs voran
Der Kaffeeriese streicht rund 250 schwache Cafés in Nordamerika und rechnet mit 300 Millionen Dollar Restrukturierungskosten.

Starbucks (SBUX) will den Betrieb von rund 250 unterdurchschnittlich performenden Cafés in Nordamerika noch in dieser Woche einstellen. Das gab das Unternehmen im Rahmen seiner laufenden Effizienzoffensive bekannt. Für Anleger bedeutet das einen weiteren Belastungsfaktor: Die Aktie reagierte mit einem Rückgang der Performance um 0,52 Prozent.
Die Schließungen markieren die zweite Runde von Café-Kürzungen unter Chief Executive Brian Niccol. Niccol war dem Kaffeeriesen im September 2024 beigetreten und verfolgt seither das Ziel, die Effizienz zu steigern und die Profitabilität des Geschäfts auszubauen. Der Schritt reiht sich damit in eine Serie struktureller Anpassungen ein, mit denen der Konzern sein Filialnetz verschlanken will.
Kosten von 300 Millionen Dollar erwartet
Für die Anleger ist vor allem die finanzielle Belastung relevant. Starbucks gab an, dass infolge der Schließungen etwa 300 Millionen Dollar an Restrukturierungsaufwendungen entstehen werden. Solche Einmalbelastungen drücken den Gewinn im laufenden Berichtszeitraum, sollen aber mittelfristig die Kostenbasis senken.
Das Geschäftsjahr des Unternehmens endet später in diesem Monat — ungefähr zur gleichen Zeit, als im Vorjahr die Schließung von Hunderten von Filialen angekündigt wurde. Damit folgt der Konzern einem wiederkehrenden Muster: Zum Ende des Fiskaljahres werden schwache Standorte konsequent aussortiert. Niccol hatte bereits in der Vergangenheit signalisiert, dass er das Filialportfolio kritisch prüft.
Niccol will zwei Milliarden Dollar einsparen
Der CEO hat ein ambitioniertes Sparziel ausgegeben: Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 will Niccol Kosten in Höhe von 2 Milliarden Dollar einsparen. Die nun beschlossenen Schließungen sind ein Baustein dieser Strategie. Der Abbau unrentabler Standorte soll Ressourcen freisetzen, die in stärker frequentierte und profitablere Filialen fließen können.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung insofern interessant, als Starbucks zu den bekanntesten globalen Konsummarken zählt und an vielen deutschen Börsenplätzen handelbar ist. Restrukturierungsmaßnahmen dieser Art sind zweischneidig: Kurzfristig belasten sie die Bilanz durch Sonderaufwendungen, langfristig sollen sie jedoch die Margen verbessern. Ob die Rechnung aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, ob der Konzern das Umsatzwachstum in den verbleibenden Filialen stabilisieren kann.
Die zweite Schließungsrunde unter Niccol unterstreicht, wie konsequent der Manager den Umbau vorantreibt. Beobachter werden nun auf die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr achten, die in Kürze erwartet werden. Sie dürften zeigen, wie stark die Restrukturierung das Ergebnis bereits belastet hat — und ob die eingeleiteten Maßnahmen erste Früchte tragen.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die Einsparungen von 2 Milliarden Dollar bis 2028 realistisch erreichbar sind. Die jüngsten Schritte sind ein klares Signal, dass Niccol dieses Ziel ernst nimmt.
