Katzenhalter geben mehr aus – Einzelhandel profitiert vom Haustierboom
General Mills meldet zweistelliges Wachstum bei Katzenfutter, während Hundefutter rückläufig ist – ein Trend, den auch Chewy und Petco bestätigen.

Katzenbesitzer geben vermehrt Geld für ihre tierischen Freunde aus – ein Aufwind für Hersteller und Händler von Tiernahrung. Der Absatz von Hundefutterprodukten hingegen schwächelt weiter. Damit zeigt sich im US-Haustiermarkt eine deutliche Verschiebung: weg vom Hund, hin zur Katze.
Der Anstieg beim Verkauf von Katzenartikeln fällt in eine Zeit, in der die American Pet Products Association für das Jahr 2025 einen Zuwachs von 5 Prozent bei der Katzenhaltung verzeichnete. Schätzungsweise 53 Millionen Haushalte in den USA halten demnach Katzen. Dieser moderate Anstieg im vergangenen Jahr folgte auf einen deutlichen Zuwachs der Katzenhaltung um 23 Prozent im Jahr 2024 – ein Tempo, das sich nun zwar verlangsamt hat, aber weiterhin in die gleiche Richtung weist.
Als treibende Faktoren für den Anstieg der Katzenhaltung nennen Branchenexecutives die im Vergleich zu Hunden einfachere und kostengünstigere Pflege. Hinzu komme die Fähigkeit der Katzen, in kleineren geschlossenen Wohnräumen wie Apartments zu leben – ein Vorteil, der in dicht besiedelten Ballungsräumen besonders ins Gewicht fällt.
General Mills: Zweistelliges Plus bei Katzenfutter
General Mills meldete am Mittwoch ein zweistelliges prozentuales Wachstum beim Katzenfutterabsatz, zu dem auch die Marke Tiki Cat zählt. Gleichzeitig sank der Umsatz mit Hundefutter um einen hoch einstelligen Prozentsatz. Diese konträren Trends trugen dazu bei, dass das nordamerikanische Haustiersegment von General Mills im Nettoumsatz etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums lag – das Wachstum bei Katzen glich die Rückgänge bei Hunden also weitgehend aus.
CEO Jeff Harmening erklärte während einer Gewinnkonferenz am Mittwoch, dass dieser Absatztrend damit zusammenhänge, dass Amerikaner zunehmend mehr Katzen und weniger Hunde aufnehmen. Chief Operating Officer Dana McNabb wies jedoch darauf hin, dass die Schwierigkeiten im Hundefuttergeschäft des Unternehmens nicht ausschließlich auf Trends in der Haustierhaltung zurückzuführen seien. Das Management differenziert damit zwischen einem strukturellen Wandel der Nachfrage und unternehmensspezifischen Faktoren.
Auch Chewy und Petco spüren die Verschiebung
Weitere Unternehmen im Bereich des Haustierhandels haben ähnliche Entwicklungen beim Absatz von Katzen- und Hundefutterprodukten festgestellt. Während einer Gewinnkonferenz am 9. September sagte Chewy-CEO Sumit Singh bezüglich der Geschäftsbereiche des Unternehmens: „Beim Hund scheint sich die Lage zu verschlechtern; bei der Katze scheint sie sich zu festigen.“
Petco meldete im zweiten Quartal starke Absatzzahlen für Katzenprodukte und hob dabei die Markteinführung der Katzenleckerli-Marke Candy Shop hervor, wie das Unternehmen in einer Gewinnkonferenz am 2. September bekannt gab. Anderson erklärte, dass das Wachstum des Unternehmens im zweiten Quartal auf eine gezielte Fokussierung auf den Ausbau des Katzensegments basierte, die sich an branchenüblichen Trends orientierte.
Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist die Entwicklung insofern relevant, als der US-Haustiermarkt als Frühindikator für Konsummuster gilt. Die Verschiebung hin zur Katze dürfte Hersteller und Händler dazu bewegen, ihre Sortimente und Marketingbudgets neu zu gewichten. Wer auf Tiernahrung und Haustierbedarf setzt, muss die unterschiedliche Dynamik der beiden Segmente künftig stärker berücksichtigen: Während Katzenprodukte Rückenwind erhalten, bleibt das Hundegeschäft derzeit eine Belastung.
