Sri Lanka am Rande des Bankrotts?
Die vom Tourismus abhängige Wirtschaft des Landes hat gelitten

Reisebeschränkungen und Abriegelungen durch Covid-19 haben Sri Lanka zugesetzt. Doch wie sehr, wird erst jetzt deutlich. Investoren warnen und bereiten sich darauf vor, dass das Land noch während der Pandemie zahlungsunfähig wird. Konkret lauten ihre Erwartungen, dass Asiens größter Emittent von Hochzinsanleihen seine Schulden umstrukturiert und den IWF schließlich um Hilfe bittet.
Die Insel wurde nach einigen Herabstufungen ihres Ratings – infolge grßer Steuersenkungen in 2019 – und des pandemiebedingten Tourismusausfalls in die Krise gestürzt. Nun ist die nicht mehr fähig, die globalen Märkte zu erschließen.
Sri Lanka schuldet 15 Mrd. USD in Anleihen, die größtenteils auf Dollar lauten, bei einer langfristigen Gesamtverschuldung von 45 Mrd. US-Dollar – so die Angaben der Weltbank. 2022 muss das Land rund 7 Milliarden US-Dollar an Zinsen und Schuldenrückzahlungen leisten, doch seine Währungsreserven sind auf weniger als 3 Milliarden US-Dollar gesunken.
Die nächste Herausforderung für Sri Lankas Regierung ist eine im Juli fällige Anleiherückzahlung in Höhe von 1 Milliarden US-Dollar.
„Sie zeigen eine erstaunliche Zahlungsbereitschaft“, so Richard House, Leiter des Bereichs Schwellenländeranleihen bei Allianz Global Investors. „Aber warum sie das wollen, ist mir ein Rätsel. Sie sind so gut wie bankrott.“
Außerdem sagte House: „Sie vergeuden wertvolle Devisenreserven. Das Unvermeidliche wird nur hinausgezögert.“
Laut Finanzminister Basil Rajapaksa schöpfe sein Land „alle Möglichkeiten“ aus, um einen Zahlungsausfall zu vermeiden. Die auf Dollar lautenden Anleihen des Landes werden jedoch zu fast der Hälfte ihres Nennwerts gehandelt, was bedeutet, dass die Anleger mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vollständig zurückgezahlt werden.
Surinam, Belize, Sambia und Ecuador sind weitere Länder, die nach der Pandemie mit ihren Schulden in Verzug geraten sind.
