SpaceX setzt 15,8 Milliarden Dollar auf KI – orbitale Rechenzentren als Trumpf
SpaceX investiert massiv in KI: 15,8 Milliarden Dollar flossen im zweiten Quartal in das Geschäftsfeld.

Space Exploration Technologies (SPCX-2,02%) ist vor allem für sein Starlink-Satellitenkommunikationsgeschäft und orbitale Startservices bekannt, die auf wiederverwendbaren Raketentechnologien basieren. Doch das Unternehmen positioniert künstliche Intelligenz (KI) zunehmend als den wichtigsten Pfeiler seiner Wachstumsstrategie. Im Zentrum dieser Ambitionen stehen orbitale Rechenzentren, die als potenziell revolutionärer Leistungstreiber gelten.
Im zweiten Quartal beliefen sich die gesamten Kapitalausgaben (Capex) von SpaceX auf rund 18,4 Milliarden Dollar. Davon entfielen satte 15,8 Milliarden Dollar auf das KI-Geschäft des Unternehmens. Zum Vergleich: Für Starlink wurden 1,4 Milliarden Dollar ausgegeben, für das Raumfahrt- und Raketengeschäft 1,2 Milliarden Dollar. Die Zahlen verdeutlichen, wo SpaceX die Zukunft sieht.
Orbitale Rechenzentren als Game-Changer?
Orbitale Rechenzentren könnten einige der größten Herausforderungen bei der Skalierung von KI-Berechnungen adressieren. Sie bieten einen deutlich direkteren Zugang zu Solarenergie, was Bedenken hinsichtlich des Energieverbrauchs zerstreuen könnte. Zudem versprechen sie überlegene Lösungen zur Wärmeableitung, die den Einsatz von wasserbasierten Kühlsystemen überflüssig machen würden. Auch für die Rechenbedürfnisse der wachsenden Raumfahrtwirtschaft könnten sie ideal geeignet sein.
Allerdings ist weiterhin unklar, ob sich SpaceX' massive Investitionen in diese Technologie auszahlen werden. Bemerkenswert ist, dass CEO Elon Musk während der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal stärker auf terrestrische Rechenzentren fokussierte. Er hob hervor, welche Vorteile die Expertise des Unternehmens in Raketen- und Raumfahrttechnologien für den Bau von Rechenzentren hier auf der Erde bietet.
Terrestrische Rechenzentren im Fokus
Raumgestützte Rechenzentren spielten im Q2-Bericht und der Telefonkonferenz eine relativ untergeordnete Rolle. Dies deutet darauf hin, dass sie kurzfristig nicht als bedeutender Leistungstreiber erwartet werden. Es besteht eine gute Chance, dass sich SpaceX zunächst auf den Aufbau seiner KI-Infrastruktur auf der Erde konzentriert, bevor orbitale Rechenzentren als zentraler Bestandteil der Strategie integriert werden.
Selbst ein komplettes Scheitern des orbitalen Rechenzentrum-Projekts müsste nicht zwangsläufig ein unüberwindbarer Rückschlag für SpaceX sein. Zwar beliefen sich die Kapitalausgaben für die KI-Einheit im letzten Quartal auf 15,8 Milliarden Dollar, doch ist unklar, wie viel davon speziell in die Entwicklung orbitaler Rechenzentren floss. Die starke Betonung terrestrischer Rechenzentren in der Konferenz lässt darauf schließen, dass das Unternehmen einen pragmatischen Ansatz verfolgt.
Für Anleger bleibt SpaceX ein hochspekulatives Investment. Die massiven Investitionen in KI zeigen klare Ambitionen, doch der Erfolg orbitaler Rechenzentren ist keineswegs garantiert. Die Diversifikation des Konzerns über Raketenstarts, Satelliteninternet und KI bietet jedoch eine gewisse Risikostreuung. Kurzfristig dürften terrestrische Rechenzentren im Vordergrund stehen, während orbitale Lösungen als langfristige Option erhalten bleiben.
