SpaceX-Aktie steigt 1,9 Prozent: Verhandlungen mit EchoStar beflügeln
Bericht der Washington Post über Gespräche mit EchoStar und Musks KI-Kommentare treiben die SpaceX-Aktie im Vormarkt an.

Die Aktie von Space Exploration Technologies Corp (Ticker: SPCX) hat im vorbörslichen Handel um 1,9 Prozent zugelegt. Auslöser ist ein Bericht der Washington Post, wonach der Raumfahrt- und Satellitenkonzern von Elon Musk in Verhandlungen mit EchoStar steht. Dabei geht es um zwei mögliche Wege: den Kauf von Boost Mobile oder den Zugang zu dessen drahtlosem Netzwerk, das Boost von AT&T und T-Mobile anmietet.
Die potenzielle Transaktion würde es SpaceX ermöglichen, ein hybrides mobiles Satelliten- und terrestrisches Netzwerk unter seiner Marke Starlink Mobile aufzubauen. Damit würde das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu den etablierten US-Funknetzbetreibern treten – in einem Markt, der auf einen Wert von 235 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.
Der breitere Markt liefert einen unterstützenden Hintergrund. Der S&P 500 stieg im Vormarkt um 0,5 Prozent, der Dow um 0,5 Prozent und der Nasdaq um 0,8 Prozent. Wichtige makroökonomische Daten aus den USA wurden heute nicht veröffentlicht.
SpaceX verhandelt mit EchoStar über Boost Mobile und den Zugang zum Netz
Die Gespräche sind offenbar weit fortgeschritten. Elon Musk traf sich persönlich letzten Monat mit dem Vorsitzenden von EchoStar, Charlie Ergen, um die Verhandlungen voranzutreiben. Zudem hatte der Finanzvorstand von SpaceX bereits bei der jüngsten Quartalsbilanzkonferenz die Ambition des Unternehmens signalisiert, zu einem großen mobilen Netzbetreiber zu werden.
Der Markt für mobile Kommunikation in den USA gilt als einer der größten und umkämpftesten der Welt. Mit einem geschätzten Volumen von 235 Milliarden US-Dollar lockt er seit Jahren neue Anbieter an. Bislang teilen die etablierten Netzbetreiber diesen Markt weitgehend unter sich auf. Ein Einstieg von SpaceX über Starlink Mobile würde diese Struktur verändern, weil das Unternehmen über eigene Satellitenkapazitäten verfügt und diese mit terrestrischer Infrastruktur kombinieren könnte.
Für EchoStar ist die Verbindung zu SpaceX kein neues Kapitel. Das Unternehmen betreibt mit Boost Mobile eine Mobilfunkmarke, die auf gemietete Netzkapazitäten von AT&T und T-Mobile zurückgreift. Genau dieser Zugang ist für SpaceX interessant, weil er den Aufbau eines eigenen terrestrischen Standbeins beschleunigen würde. Ob es zum Kauf von Boost Mobile oder zu einer Netzvereinbarung kommt, ist offen – der Bericht der Washington Post nennt beide Optionen.
Musk bezeichnet die Kapitaleffizienz von SpaceX als stark unterschätzt
Zusätzlich zum positiven Ton verbrachte Musk das Wochenende in den sozialen Medien damit, die Effizienz der Kapitalausgaben von SpaceX zu betonen. Er erklärte, diese werde „stark unterschätzt". Sein KI-Rechenzentrum Colossus 2 – das 220.000 Nvidia-Chips in zwei Gebäuden beherbergt – übertreffe bereits andere Einrichtungen in Bezug auf die reine Rechenleistung.
Diese Kommentare trugen dazu bei, dass die Aktie Boden gutmachte, der während der Sitzung am Freitag verloren gegangen war. Die Aktie notiert bei 137,22 US-Dollar und liegt damit weiterhin deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 225,64 US-Dollar. Sie erholt sich jedoch von einem Acht-Monats-Tiefstand, den sie am Freitag erreicht hatte.
Bereits im Juni profitierte EchoStar vom SpaceX-Börsengang
Die Verbindung zwischen beiden Unternehmen ist nicht neu. Bereits am 12.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktie der EchoStar Corporation (Ticker: SATS) im vorbörslichen Handel um 4,8 Prozent auf 134,28 US-Dollar zulegte. Auslöser war damals das Nasdaq-Debüt von SpaceX unter dem Ticker SPCX – ein Börsenereignis, das als der größte öffentliche Börsengang der Geschichte gilt. SpaceX setzte den Ausgabepreis seiner Aktien auf 135 US-Dollar fest, was das Unternehmen mit rund 1,77 Billionen US-Dollar bewertete. Die gesamte Investorennachfrage für das 75-Milliarden-Dollar-Angebot erreichte etwa 250 Milliarden US-Dollar – fast das Vierfache des verfügbaren Angebots.
Am 17.08.2026 meldete aktien.news, dass die SpaceX-Aktie im morgendlichen Handel um 5,9 Prozent auf 148,21 Dollar zulegte. Als Treiber galt damals das Momentum rund um den Bericht „The Second Space Age" des Goldman Sachs Global Institute, der den Weltraum zu einer neuen Säule der industriellen Wirtschaft erklärte und prognostizierte, dass die globale Weltraumwirtschaft bis 2035 auf 1,8 Billionen US-Dollar anwachsen könnte.
Am 07.10.2026 berichtete aktien.news, dass SpaceX laut Berichten vom Dienstag 40 Milliarden US-Dollar aufbringen will, um eine Charge von Nvidia-Chips für Künstliche Intelligenz zu erwerben. Zugleich genehmigte die zuständige US-Behörde dem Unternehmen, zusätzliche 15.000 Satelliten für den Dienst Starlink Mobile in die Umlaufbahn zu bringen.
Am 10.10.2026 folgte ein weiterer Bericht: Die Aktien von Funkmastbetreibern legten kräftig zu, weil Anleger hofften, dass der geplante Mobilfunkdienst von SpaceX das Geschäftsvolumen dieser Unternehmen deutlich steigern wird. Unmittelbarer Auslöser war eine Ankündigung vom Donnerstag, in der es um bis zu 14 Megahertz an Funkfrequenzen ging, die SpaceX vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung nutzen könnte.
Die SpaceX-Aktie bleibt trotz Erholung weit unter ihrem 52-Wochen-Hoch
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht in mehrfacher Hinsicht relevant. Erstens zeigt sie, dass SpaceX nicht mehr nur als Raketen- und Satellitenunternehmen wahrgenommen wird, sondern zunehmend in das Geschäft der mobilen Kommunikation vordringt. Zweitens wird deutlich, wie stark die Aktie auf Nachrichten aus dem Umfeld von Elon Musk reagiert – sowohl auf strategische Berichte als auch auf seine Äußerungen in den sozialen Medien.
Drittens bleibt die Bewertung volatil. Der Kurs liegt mit 137,22 US-Dollar weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 225,64 US-Dollar, hat sich aber vom Acht-Monats-Tief vom Freitag erholt. Anleger sollten beachten, dass es sich bei dem EchoStar-Vorgang bislang um Verhandlungen handelt. Der Artikel von Investing.com wurde mit Unterstützung der KI erstellt und von einem Redakteur überprüft.
Anleger warten auf ISM Manufacturing PMI und JOLTS-Daten
Heute wurden keine wichtigen makroökonomischen Daten aus den USA veröffentlicht. Anleger beobachten jedoch das ISM Manufacturing PMI und die JOLTS-Stellenangebote, die später in der Sitzung veröffentlicht werden. Der bedeutsamere Bericht zu den nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigungszahlen (Nonfarm Payrolls) für Oktober ist erst für den 6. November geplant.
Drei Begriffe erklären das Geschäft von SpaceX und EchoStar
- Hybrides Netzwerk: Kombination aus einer Satellitenverbindung und terrestrischer Mobilfunkinfrastruktur.
- Kapitalausgaben: Investitionen eines Unternehmens in langfristige Sachwerte wie Anlagen und Infrastruktur.
- Funkfrequenzen: Frequenzbereiche, die für die drahtlose Übertragung von Signalen benötigt werden.
