Chinas Politbüro fordert proaktivere Wirtschaftspolitik und bessere Koordinierung
Das oberste Entscheidungsgremium der KP Chinas drängt auf verstärkte fiskal- und geldpolitische Maßnahmen zur Wirtschaftsstabilisierung.

Chinas Politbüro hat am Freitag eine proaktivere und effektivere Wirtschaftspolitik gefordert. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, das oberste Entscheidungsgremium der Kommunistischen Partei verlange zudem eine bessere politische Koordinierung. Konkret sprach sich das Gremium für die Fortsetzung einer proaktiveren Fiskalpolitik und einer moderat akkommodierenden Geldpolitik aus.
Im Mittelpunkt der Beratungen standen außerdem die Stabilisierung von Beschäftigung, Unternehmen und Märkten sowie der Aufbau eines robusten Binnenmarktes. China kämpft seit Jahren mit einem schwachen Inlandskonsum, der das Wachstum strukturell belastet. Die Regierung setzt bislang stark auf Exportsteigerungen, um dieses Defizit auszugleichen.
Wachstumsziel trotz Trump-Druck erreicht
Die chinesische Volkswirtschaft mit einem Volumen von rund 19 Billionen US-Dollar wuchs im Jahr 2025 um 5,0 Prozent und erreichte damit das offizielle Regierungsziel. Dies gelang trotz des Drucks durch die zweite Trump-Regierung, die gezielt darauf abzielt, Chinas Wirtschaftswachstum durch Handelsbeschränkungen zu bremsen. Peking reagierte mit einer Umlenkung der Exporte in andere Regionen der Welt.
Ökonomen warnen jedoch, dass diese Exportdiversifizierungsstrategie zunehmend schwer aufrechtzuerhalten sein wird. Langfristig brauche China eine stärkere Binnennachfrage, um unabhängiger von globalen Handelsströmungen zu werden. Genau hier setzt die neue Politbüro-Direktive an.
Fünfjahresplan und Technologieautonomie im Fokus
Das Politbüro betonte zudem den Willen, Reformen in Schlüsselbereichen der Wirtschaft zu vertiefen und neue Wachstumstreiber auszubauen. Besonders hervorgehoben wurde die Stärkung der Eigenständigkeit in Wissenschaft und Technologie – ein klares Signal angesichts westlicher Exportbeschränkungen bei Halbleitern und anderen Schlüsseltechnologien. Konkrete Sektoren, in denen Reformen angestrebt werden, nannte die Zusammenfassung der Politbüro-Sitzung allerdings nicht.
Darüber hinaus diskutierte das Gremium den Entwurf des nächsten Fünfjahresplans zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes. Ebenfalls auf der Agenda stand ein Entwurf des Rechenschaftsberichts der Regierung, der im März der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses vorgelegt werden soll. Für internationale Investoren und Märkte sind diese Signale aus Peking ein wichtiger Indikator für die wirtschaftspolitische Ausrichtung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.
