Trumps Plan zur Altersvorsorge: Bis zu 1.000 Dollar Zuschuss jährlich
Die US-Regierung will Arbeitnehmer beim Sparen für den Ruhestand mit staatlichen Zuschüssen unterstützen.

Die Altersvorsorge in den USA steckt in der Krise: Die Hälfte der amerikanischen Arbeitnehmer zwischen 21 und 64 Jahren hat laut dem National Institute on Retirement Security gerade einmal 955 Dollar oder weniger für den Ruhestand zurückgelegt. Selbst unter denjenigen, die Zugang zu einem betrieblichen Altersvorsorgeplan wie einem 401(k) haben, liegt das Ersparte bei der Hälfte unter 40.000 Dollar. Experten zufolge ist das nur ein Bruchteil dessen, was für einen gesicherten Ruhestand tatsächlich benötigt wird.
Genau hier setzt Trumps neuer Plan an. Die Initiative sieht vor, Arbeitnehmerbeiträge zur Altersvorsorge mit bis zu 1.000 Dollar jährlich staatlich zu bezuschussen. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, mehr für das Alter zu sparen – insbesondere für Geringverdiener, die bislang kaum von steuerlichen Vergünstigungen profitieren konnten.
Das Problem hinter den Zahlen
Das Vorsorgedefizit in den USA ist struktureller Natur. Viele Arbeitnehmer haben schlicht keinen Zugang zu betrieblichen Altersvorsorgeplänen, oder sie können sich keine regelmäßigen Beiträge leisten. Das 401(k)-System, das amerikanische Pendant zur deutschen betrieblichen Altersvorsorge, begünstigt traditionell Besserverdienende, da diese mehr einzahlen und damit höhere Steuervorteile erzielen können.
Ein staatlicher Matching-Beitrag – also ein direkter Zuschuss zu den eigenen Einzahlungen – könnte dieses Ungleichgewicht zumindest teilweise ausgleichen. Für deutsche Anleger ist das Konzept nicht völlig fremd: Ähnliche Mechanismen kennt man hierzulande etwa aus der Riester-Rente, bei der der Staat ebenfalls Zulagen auf eigene Beiträge gewährt.
Offene Fragen zur Umsetzung
Noch sind viele Details des Plans unklar. Unklar ist etwa, welche Einkommensgrenzen gelten sollen, ob der Zuschuss als Steuergutschrift oder als direkter Transfer ausgezahlt wird, und wie die Finanzierung langfristig gesichert werden soll. Auch die Frage, ob der Plan tatsächlich die einkommensschwächsten Haushalte erreicht, bleibt offen – denn wer kaum etwas verdient, kann oft auch nichts einzahlen, selbst wenn ein Zuschuss winkt.
Die Debatte um die amerikanische Altersvorsorge dürfte in den kommenden Monaten an Fahrt gewinnen. Für internationale Beobachter und Anleger zeigt der Vorstoß, dass das Thema Altersarmut auch in der weltgrößten Volkswirtschaft politisch an Brisanz gewonnen hat.
