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Sinkende Marktbreite: Experten sehen Chancen für Anleger jetzt

Immer weniger Aktien treiben die S&P-500-Rallye an – Goldman Sachs und Morgan Stanley sehen darin konkrete Kaufgelegenheiten.

• 2 Min
Sinkende Marktbreite: Experten sehen Chancen für Anleger jetzt

Der S&P 500 erreicht weiterhin Rekordhochs, doch hinter der glänzenden Oberfläche verbirgt sich eine beunruhigende Entwicklung: Die sogenannte Marktbreite – also die Anzahl der Aktien, die am allgemeinen Aufwärtstrend teilnehmen – ist zuletzt dramatisch gesunken. Laut Analysten von Goldman Sachs hat die Marktbreite des S&P 500 kürzlich den niedrigsten Stand seit der Dotcom-Blase erreicht. Die Median-Aktie im Index liegt dabei fast 20 Prozent unter ihrem Allzeithoch.

Der Grund für dieses Auseinanderdriften: Die starke Outperformance des Technologiesektors überdeckt eine breitere Schwäche im restlichen Markt. Während Tech-Werte die Indexstände nach oben ziehen, hinken viele andere Unternehmen deutlich hinterher. Der S&P 500 beendete die jüngste Handelswoche weniger als 8 Punkte unter seinem Schlussrekord vom Dienstag – ein Zeichen dafür, wie konzentriert die Kursgewinne auf wenige Titel sind.

Gewinnwachstum läuft den Kursen voraus

Trotz der schwachen Kursentwicklung vieler Einzeltitel zeigen sich die fundamentalen Daten robust. „Die jüngsten Wirtschaftswachstumsdaten waren stark, und die Breite der Gewinnrevisionen im S&P 500 blieb positiv", schreiben die Goldman-Sachs-Analysten. Dies bedeutet: Bei vielen Unternehmen hat die Kursentwicklung schlicht nicht mit dem tatsächlichen Gewinnwachstum Schritt gehalten – eine klassische Diskrepanz, die langfristig orientierten Anlegern Einstiegschancen bieten kann.

Genau hier setzt auch Morgan Stanley an. Die Analysten des US-Investmenthauses erklärten ihren Kunden in einer aktuellen Mitteilung, dass die aktuelle Situation eine Gelegenheit biete, bei jüngsten Nachzüglern zuzugreifen. Für die meisten Unternehmen wird in den kommenden Wochen ein solides Gewinnwachstum erwartet.

Morgan Stanley setzt auf Industriewerte

„Für uns ergeben sich daraus Gelegenheiten, Qualität in Bereichen zu besitzen, in denen der Kurs deutlich stärker korrigiert hat als die Fundamentaldaten, einschließlich kapitalintensiverer Kohorten", schreiben die Morgan-Stanley-Analysten. Besonders Industriewerte bieten aus ihrer Sicht das „beste Chance-Risiko-Verhältnis" unter den aktuellen Marktbedingungen.

Allerdings weisen die Experten auch auf das zentrale Risiko hin: Ein erneuter Anstieg der Anleihevolatilität könnte die Liquidität verschärfen und die Finanzierungsbedingungen belasten. Für Anleger bedeutet das, dass die Einstiegschancen zwar real sind, aber nicht ohne Risiko kommen.

Für deutsche Privatanleger ist die Situation besonders interessant: Die Konzentration der Kursgewinne auf wenige Technologieriesen – ein Phänomen, das auch an europäischen Märkten beobachtet wird – mahnt zur Diversifikation. Wer breit gestreut in Qualitätsunternehmen investiert, die fundamental stark, aber kursseitig zurückgeblieben sind, könnte von einer möglichen Aufholbewegung profitieren. Die Botschaft der Wall-Street-Experten ist klar: Nicht der gesamte Markt ist teuer – es kommt auf die Titelauswahl an.

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