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Siemens Healthineers spaltet Diagnostik ab und streicht Siemens aus dem Namen

Der Medizintechnikkonzern trennt sich von seiner Diagnostik-Sparte und will künftig nur noch als Healthineers firmieren.

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Siemens Healthineers spaltet Diagnostik ab und streicht Siemens aus dem Namen

Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers leitet eine tiefgreifende Transformation ein. Wie das Unternehmen in Erlangen mitteilte, trennt es sich von seiner renditeschwachen Diagnostik-Sparte und plant zudem eine umfassende Umbenennung. Das Geschäft mit Laborstraßen soll bis Mitte 2028 in ein eigenständiges Unternehmen unter dem Namen „Olyrian Diagnostics“ ausgegliedert werden.

Vorstandschef Bernd Montag zeigte sich gegenüber Bloomberg TV zuversichtlich hinsichtlich eines „klaren Exits“ und verwies auf bereits bestehendes Interesse potenzieller Käufer. Die Sparte macht derzeit ein Sechstel des Umsatzes und ein Fünftel der Belegschaft aus. Aufgrund fehlender Synergien zum Kerngeschäft – etwa CT-, MRT- und Krebstherapie-Geräten – gilt sie nicht mehr als strategisch relevant.

Besonders der Umbau des chinesischen Gesundheitssystems belastete das Ergebnis der Sparte zuletzt massiv. Der Umsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp fünf Prozent auf 4,03 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit brach sogar um fast zwei Drittel auf 128 Millionen Euro ein.

Siemens streicht seinen Namen aus der Marke Healthineers

Parallel dazu vollzieht der Konzern eine Abkehr von seinem bisherigen Mutterkonzern. Über die nächsten drei Jahre soll der Namensteil „Siemens“ aus der Marke gestrichen werden, um künftig nur noch als „Healthineers“ zu firmieren. Die Siemens AG plant, ihren Anteil von derzeit 67 Prozent im kommenden Jahr deutlich zu reduzieren; rund 30 Prozent der Anteile sollen im Frühjahr 2027 an die Siemens-Aktionäre übertragen werden. Siemens-Chef Roland Busch bezeichnete diesen Schritt als konsequente Entwicklung.

Analysten bewerten das Rebranding positiv. Natalia Webster von RBC Capital Markets sieht dadurch Bedenken hinsichtlich künftiger Lizenzgebühren an Siemens ausgeräumt. RBC weist jedoch darauf hin, dass der Prozess der Abspaltung zeitintensiv ist und mit sogenannten „Stranded Costs“ von über 200 Millionen Euro verbunden sein wird.

Sparprogramm Transform4 Future soll die Kosten auffangen

Um die Kostenbelastung durch die Trennung von der Diagnostik-Sparte sowie den Ausstieg aus dem Geschäft mit herkömmlichen Ultraschall-Geräten aufzufangen, hat das Unternehmen das Sparprogramm „Transform4 Future“ aufgelegt. Dieses soll die Verwaltungskosten zwischen 2028 und 2030 begrenzen. Die Kosten für diese Maßnahmen werden auf rund 300 Millionen Euro geschätzt. Bereits laufende Sparmaßnahmen in Höhe von 200 Millionen Euro, die als Reaktion auf US-Zölle initiiert wurden, bleiben davon unberührt.

Konzern rechnet mit stagnierendem Gewinn

Finanziell steht der Konzern vor Herausforderungen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Management lediglich mit einem stagnierenden Gewinn, bei einem erwarteten Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird in einer Spanne von 2,20 bis 2,40 Euro prognostiziert.

Im Geschäftsjahr 2025/26 stieg der Umsatz zwar um vier Prozent auf 23,63 Milliarden Euro, doch das bereinigte Ebit blieb mit 3,82 Milliarden Euro leicht hinter den Analystenerwartungen zurück. Auch die Dividende von 1,00 Euro je Aktie enttäuschte den Markt, der mit einem höheren Betrag gerechnet hatte. In der Folge reagierte die Aktie mit einem Kursabschlag von rund 2,8 Prozent.

Für deutsche Anleger bedeutet die geplante Abspaltung eine doppelte Veränderung: Zum einen entsteht mit Olyrian Diagnostics ein eigenständiges Unternehmen, zum anderen reduziert die Siemens AG ihre Beteiligung deutlich. Beide Schritte zusammen dürften die künftige Bewertung der Aktie maßgeblich prägen.

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