Sibanye-Stillwater beendet Streik mit neuem Lohnabkommen in Montana
Der Edelmetallkonzern hat Lohntarifverträge für seine US-PGM-Betriebe ratifiziert – die Arbeitsniederlegung endet.

Der an der NYSE und der JSE notierte Edelmetallbergbaukonzern Sibanye-Stillwater hat offiziell bestätigt, dass die Belegschaften der Mine Stillwater East und des metallurgischen Standorts Columbus, beide im US-Bundesstaat Montana, ein neues Tarifabkommen mit der International Union United Steel Workers (USW) ratifiziert haben. Damit endet ein Arbeitskonflikt, der die US-Geschäftsbereiche des Konzerns zuletzt belastet hatte.
Das neue Abkommen gilt rückwirkend ab dem 1. Juni 2026 bis zum 31. Mai 2029 und umfasst eine breite Palette von Konditionen. Kernpunkt ist ein Lohnanstieg von 4,5 Prozent im ersten Jahr. Im zweiten Jahr erhalten die Beschäftigten den höheren Wert aus 3,5 Prozent oder dem Verbraucherpreisindex (CPI). Im dritten Jahr der Vereinbarung gilt der höhere Wert aus 3 Prozent oder dem VPI. Diese Staffelung soll die Löhne stärker an die Inflationsentwicklung koppeln.
Mit der Ratifizierung der Tarifvereinbarung wird die seit dem 3. September geltende Streikankündigung und die daraus resultierende Arbeitsniederlegung beendet. Die Mitarbeiter sollen ihre Tätigkeiten voraussichtlich ab dem 9. Oktober wieder aufnehmen. Für den Konzern bedeutet dies eine rasche Rückkehr zum normalen Betrieb in einem seiner strategisch wichtigsten Fördergebiete.
Zweiter Standort bereits abgesichert
Auch die Belegschaft der Mine East Boulder, ebenfalls in Montana gelegen, hatte bereits am 30. September ein neues Tarifabkommen mit der USW ratifiziert. Dieses trat rückwirkend ab dem 1. August 2026 in Kraft und läuft bis zum 31. Juli 2029. Es sieht dieselben Lohnsteigerungskonditionen vor wie das Abkommen, das nun in der Mine Stillwater East und am Standort Columbus angenommen wurde. Damit sind die wesentlichen US-PGM-Betriebe des Konzerns tariflich für mehrere Jahre abgesichert.
Für Sibanye-Stillwater stellen diese Vereinbarungen nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt bei der Umsetzung des Plans zur vollständigen Mechanisierung der US-PGM-Operationen dar. Zu diesem Plan gehört unter anderem der Wechsel von einer Einzelleistungsprämie beim Steinbrechen hin zu einem teambasierten Anreizsystem. Zudem sollen bestimmte altertümliche Sozialleistungen modernisiert werden, die nicht mit den Gegebenheiten des US-Marktes vereinbar sind.
Fokus auf Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
Die mehrjährige Laufzeit der Verträge gibt dem Unternehmen Planungssicherheit und dürfte auch die Investitionsentscheidungen im Rahmen der Mechanisierung erleichtern. Gleichzeitig erhalten die Beschäftigten über die gesamte Laufzeit verlässliche Lohnperspektiven, die in den Folgejahren an die Teuerungsrate gekoppelt sind.
„Wir freuen uns, mehrjährige Tarifverträge abgeschlossen zu haben, die die langfristige Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der US-PGM-Geschäftstätigkeiten unterstützen und diese strategischen Vermögenswerte im Interesse aller Stakeholder erhalten", kommentiert Richard Stewart, CEO von Sibanye-Stillwater.
Für deutsche Anleger ist die Nachricht insofern relevant, als Sibanye-Stillwater als einer der führenden Produzenten von Platingruppenmetallen (PGM) gilt und die US-Betriebe einen bedeutenden Teil des Konzernportfolios ausmachen. Ein längerer Arbeitskampf hätte Produktion und Cashflow belastet. Mit den nun ratifizierten Verträgen sinkt dieses Risiko für die kommenden Jahre deutlich. Ob sich die erhofften Effizienzgewinne aus der Mechanisierung tatsächlich einstellen, wird sich jedoch erst mittelfristig in den Produktions- und Kostenzahlen zeigen.
