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Schwedisches Haushaltsvertrauen klettert auf höchsten Stand seit 2021

Der NIER-Indikator für das Haushaltsvertrauen steigt im September auf 102,2 Punkte – der höchste Wert seit Dezember 2021.

• 3 Min
Schwedisches Haushaltsvertrauen klettert auf höchsten Stand seit 2021

Das Vertrauen der schwedischen Haushalte ist im September auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren gestiegen. Wie das Nationale Institut für Wirtschaftsforschung (NIER) am Dienstag mitteilte, kletterte sein Indikator für das Haushaltsvertrauen von 98,4 Punkten im August auf 102,2 Punkte. Damit wurde der höchste Wert seit Dezember 2021 erreicht. Gleichzeitig legte die allgemeine wirtschaftliche Stimmung zum fünften Mal in Folge zu – ein Signal für eine verbesserte Dynamik in der nordischen Volkswirtschaft.

Getrieben wurde der Anstieg vor allem durch die Einschätzungen der Haushalte zu ihrer eigenen Finanzlage sowie zur schwedischen Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr. Auch der breiter gefasste Indikator für die wirtschaftliche Stimmung zeigte nach oben: Er stieg auf 107,1 von zuvor 105,1 und lag damit weiterhin über dem historischen Durchschnitt. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung interessant, weil Schweden als kleiner, stark exportorientierter Markt früh auf veränderte Konjunktur- und Zinssignale reagiert.

Auch die Unternehmen blicken merklich optimistischer. Das Vertrauensbarometer der Unternehmen stärkte sich zum sechsten Mal in Folge und kletterte auf 109,3 von 107,5. Damit nähert sich die Stimmung einem Niveau, das das NIER als „sehr stark“ bezeichnet. Die breite Verbesserung über mehrere Sektoren hinweg deutet darauf hin, dass die Erholung nicht auf einzelne Branchen beschränkt bleibt.

Baugewerbe und Dienstleister legen deutlich zu

Besonders kräftig fiel die Stimmungsverbesserung im Baugewerbe aus: Das Vertrauen stieg auf 102,9 von 98,6. Die Unternehmen meldeten einen verbesserten Auftragsbestand und eine positivere Personalplanung. Im Dienstleistungssektor erhöhte sich die Stimmung auf 107,1 von 104,7, gestützt durch optimistischere Einschätzungen der Nachfrage – insbesondere für die kommenden drei Monate.

In der verarbeitenden Industrie blieb das Vertrauen dagegen weitgehend unverändert bei 106,3 (zuvor 106,5). Zwar stärkten sich die Erwartungen an die Produktion und lagen deutlich über dem Normalwert. Gleichzeitig gaben jedoch mehr Unternehmen an, dass die Lagerbestände an fertigen Waren zu hoch seien – dieser Effekt glich die Verbesserung wieder aus.

Das Handelsvertrauen sank leicht auf 112,1 von 113,7, blieb aber deutlich über dem Normalwert. Am stärksten war die Stimmung unter den Händlern mit nicht-langlebigen Gütern.

Preispläne und Beschäftigung im Blick

Das NIER erklärte, die Preispläne der Unternehmen deuteten weiterhin auf Preiserhöhungen in einem höher-als-normalen Tempo hin. Die allgemeinen Beschäftigungserwartungen lassen darauf schließen, dass die Beschäftigung im Unternehmenssektor in den nächsten drei Monaten wahrscheinlich steigen wird. Die Personalplanungen lagen im Verarbeitungs- und Baugewerbe über dem Normalwert, im Handel jedoch darunter.

Inflationswahrnehmung der Haushalte sinkt

Deutlich entspannt zeigten sich die Haushalte bei der wahrgenommenen Teuerung. Die von ihnen wahrgenommene aktuelle Inflationsrate fiel im September auf 7,4 Prozent von 9,2 Prozent im August. Auch die Inflationserwartungen für die nächsten zwölf Monate sanken auf 6,3 Prozent von 6,8 Prozent.

Ein gegensätzliches Bild ergab sich bei den Zinserwartungen: Die Haushalte erhöhten ihre Erwartungen für variable Hypothekenzinsen für Zeiträume von einem, zwei und drei Jahren. Alle drei Horizonte liegen nun bei 4 Prozent. Das ist insofern relevant, als variable Hypothekenzinsen in Schweden weit verbreitet sind und die Zinsbelastung der privaten Haushalte unmittelbar beeinflussen.

Unterm Strich zeichnet der NIER-Bericht das Bild einer Volkswirtschaft, in der sowohl Verbraucher als auch Unternehmen zunehmend zuversichtlich sind. Die Inflationswahrnehmung kühlt ab, die Beschäftigungsaussichten hellen sich auf, und die Stimmung liegt in den meisten Sektoren über dem historischen Durchschnitt. Der Handel bleibt der einzige Bereich mit einem leichten Rückgang – allerdings auf weiterhin hohem Niveau.

Der Bericht basiert auf Angaben des Nationalen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIER) vom Dienstag, verbreitet über Investing.com.

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