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Allianz-Report: Weltvermögen auf Rekordhoch, Deutschland wächst langsamer

Das globale Brutto-Geldvermögen der Privathaushalte steigt auf 268,4 Billionen Euro – doch Deutschland bleibt zurück.

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Allianz-Report: Weltvermögen auf Rekordhoch, Deutschland wächst langsamer

Das Brutto-Geldvermögen der Privathaushalte weltweit hat ein neues Rekordniveau erreicht. Wie aus dem jährlichen "Allianz Global Wealth Report" aus München hervorgeht, wuchs das globale Vermögen um 8,6 Prozent auf 268,4 Billionen Euro. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem boomende Börsen. Vier Fünftel des gesamten Zuwachses stammten aus Wertsteigerungen bestehender Anlagen – und damit nicht aus neuem Sparen, sondern aus der Kursentwicklung der Märkte.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Wertpapieren: Global legten sie um 12,4 Prozent zu. Als wesentlicher Grund gelten die hohen Aktienbewertungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Für das laufende Jahr erwartet die Allianz weltweit ein weiteres Plus von neun Prozent. Die Dynamik der Märkte überträgt sich damit direkt auf die Vermögensbilanzen der Haushalte.

Deutschland wächst langsamer als der Weltdurchschnitt

Deutschland kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Für das laufende Jahr prognostiziert die Allianz hierzulande nur ein Wachstum von vier Prozent. Das deutsche Brutto-Geldvermögen belief sich 2025 auf 9,9 Billionen Euro, ein Plus von 4,9 Prozent. Im Vorjahr 2024 hatte der Zuwachs noch 7,4 Prozent betragen. Damit verlangsamt sich die Vermögensbildung in Deutschland spürbar.

Der Grund liegt in der Anlagestrategie der hiesigen Haushalte. Deutsche legen konservativer an als der Weltdurchschnitt, weshalb sie von den starken Börsenkursen weniger profitieren. Nur 31 Prozent des deutschen Vermögenszuwachses stammten aus Wertsteigerungen – der weitaus größere Teil war spargetrieben. Insgesamt brachten deutsche Haushalte 319,3 Milliarden Euro an Neuanlagen auf. Der Anteil der Wertpapiere daran lag bei 38 Prozent.

Bemerkenswert ist dennoch eine Verschiebung in den Depots: Erstmals machen Wertpapiere mit 37,1 Prozent einen größeren Anteil an den deutschen Portfolios aus als Bankeinlagen mit 36,4 Prozent. Im weltweiten Vermögens-Ranking behält Deutschland unverändert Rang zwölf.

Inflation zehrt an den realen Zuwächsen

Ein zentrales Thema des Reports ist die Wirkung der Inflation. Nominal sieht die Entwicklung beeindruckend aus, real bleibt deutlich weniger übrig. Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chefanlagestratege der Allianz, bringt es auf den Punkt: "Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen, real, also bereinigt um die Inflation, jedoch nur um 23 Prozent."

Die regionalen Unterschiede sind dabei enorm. In Westeuropa betrug das reale Vermögenswachstum seit 2019 lediglich 0,5 Prozent – die Inflation hat die Zuwächse hier nahezu vollständig aufgezehrt. China hingegen verzeichnete im selben Zeitraum ein reales Plus von 70 Prozent. Für Privatanleger bedeutet das: Nominale Renditen sagen wenig über den tatsächlichen Kaufkraftgewinn aus. Wer sein Vermögen real mehren will, muss die Inflationsrate einrechnen.

An der Spitze des weltweiten Vermögens-Rankings stehen die USA. Das Netto-Geldvermögen pro Kopf liegt dort bei 296.950 Euro und legte um fast zehn Prozent zu. Auf Rang zwei folgt die Schweiz mit 275.980 Euro pro Kopf, Rang drei belegt Dänemark. Deutschland kommt auf 91.780 Euro pro Kopf und damit auf Platz zwölf.

Fast drei Milliarden Menschen ohne nennenswertes Vermögen

Trotz der Rekordzahlen beim Gesamtvermögen bleibt die Verteilung höchst ungleich. Fast drei Milliarden Menschen verfügen über kein nennenswertes Nettofinanzvermögen. Der Wohlstandsgewinn konzentriert sich damit auf einen Teil der Weltbevölkerung. Katharina Utermöhl, Head of Thematic & Policy Research bei Allianz Research, sieht darin eine zentrale Frage für die Zukunft: "KI könnte zum nächsten großen Motor der Vermögensbildung werden. Doch entscheidend ist, wer die Vermögenswerte besitzt – und damit an den Erträgen teilhat."

Für deutsche Privatanleger lohnt sich ein genauer Blick auf die eigene Strategie. Die Zahlen des Reports zeigen, dass eine zu konservative Anlage in Zeiten starker Börsen Chancen kostet. Gleichzeitig macht die Inflationsbetrachtung deutlich, dass Bankeinlagen allein die Kaufkraft oft nicht sichern. Eine breitere Streuung über Wertpapiere kann helfen, an den globalen Wertsteigerungen teilzuhaben – vorausgesetzt, man berücksichtigt das eigene Risikoprofil und die langfristige Anlagestrategie.

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