Junk Bonds steuern auf den schlechtesten Monat seit 2022 zu
US-Junkbonds drohen mit dem größten monatlichen Buchverlust seit 2022.

US-amerikanische Junk Bonds steuern auf ihren schlechtesten Monat seit 2022 zu. Ein Anstieg der globalen Anleiherenditen hat die festverzinslichen Wertpapiere weltweit belastet und einen breiten, schmerzhaften Ausverkauf ausgelöst. In den USA sind davon sowohl hochverzinsliche „Junk"-Anleihen als auch ihre Investment-Grade-Pendants stark betroffen.
Treiber der Entwicklung ist ein Anstieg der US-Treasury-Renditen im September. Diese bewegten sich am Dienstag weiter nach oben, nachdem sie am langen Ende der Laufzeitstruktur – also bei den besonders langlaufenden Papieren – auf die höchsten Niveaus seit Jahrzehnten gestiegen waren. Steigende Renditen gehen mit fallenden Anleihekursen einher. Genau dieser Mechanismus erklärt den breiten Ausverkauf, der sich derzeit über die Märkte zieht.
Renditen steigen, Kurse fallen
Der Zusammenhang ist grundlegend für den Anleihemarkt: Rendite und Kurs einer Anleihe bewegen sich gegenläufig. Steigt die Rendite, verliert das bereits im Umlauf befindliche Papier an Wert, weil neu emittierte Anleihen mit höheren Zinsen ausgestattet werden können. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei langlaufenden Anleihen, deren Kurse deutlich stärker auf Zinsänderungen reagieren als kurze Laufzeiten.
Junk Bonds – im Deutschen häufig als Hochzinsanleihen bezeichnet – sind Anleihen von Schuldnern mit geringerer Bonität. Sie bieten Anlegern höhere Zinsen, weil sie ein höheres Ausfallrisiko tragen. In Phasen steigender Renditen und wachsender Risikoaversion werden solche Papiere häufig überproportional abgestraft, da Investoren für das zusätzliche Risiko eine höhere Entschädigung verlangen.
Investment-Grade ebenfalls unter Druck
Der aktuelle Ausverkauf trifft jedoch nicht nur den riskanteren Teil des Marktes. Auch Investment-Grade-Anleihen, also Papiere mit besserer Bonität, gehören zu den Verlierern. Das unterstreicht, wie breit die aktuelle Bewegung angelegt ist und wie stark der Anstieg der Treasury-Renditen auf die gesamte Anleihekurslandschaft durchschlägt.
Der letzte vergleichbare Monat liegt im Jahr 2022, als die Inflation stark angestiegen war. Damals gerieten Anleihen ebenfalls unter Druck. Dass nun der größte monatliche Buchverlust seit diesem Zeitraum droht, zeigt, wie ungemütlich das Umfeld für festverzinsliche Anlagen derzeit ist.
Was das für Anleger bedeutet
Anleger, die über Fonds oder ETFs in US-amerikanische Hochzins- und Investment-Grade-Anleihen investiert sind, bekommen die Kursverluste in ihren Depots zu spüren. Ein Buchverlust bedeutet dabei nicht zwangsläufig einen realisierten Verlust: Wer die Papiere bis zur Fälligkeit hält, erhält weiterhin die vereinbarten Zinszahlungen – vorausgesetzt, der Schuldner fällt nicht aus.
In Phasen stark steigender Renditen wächst allerdings die Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Ob sich der Druck im Oktober fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Renditen am langen Ende der US-Treasury-Kurve weiterentwickeln. Der Markt reagiert derzeit sensibel auf jede Bewegung in diesem Segment.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil US-Staatsanleihen als Referenz für die globale Zinsbildung gelten. Ziehen die Renditen dort an, wirkt das über kurz oder lang auch auf europäische Anleihen und die Bewertung risikoreicherer Schuldtitel. Der Ausverkauf bei Junk Bonds ist damit kein isoliertes US-Phänomen, sondern ein Signal für die Stimmung an den globalen Kreditmärkten.
