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Google treibt Suchumbau mit KI voran

In Europa startet der neue Modus und verändert Werbung, Inhalte und Reichweiten grundlegend

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Google treibt Suchumbau mit KI voran

Bunte Zäune markieren heute die Grenzen des einst offenen Innenhofs der Google-Zentrale in Mountain View. Wo Besucher früher den Mitarbeitern beim Austausch zusehen konnten, steht nun ein abgeschirmtes Besucherzentrum mit Geschäft und Café. Der Konzern entscheidet zunehmend selbst, wie er sich präsentiert. Ähnlich tiefgreifend wie diese bauliche Veränderung fällt der Umbau der Suchmaschine aus. Google verwandelt sein bisher offenes Suchsystem schrittweise in eine KI-basierte Antwortplattform und verändert damit grundlegend, wie Informationen aus dem Internet angezeigt werden.

Nach den USA erreicht dieser Wandel nun auch Europa. Nutzer sehen schon seit einiger Zeit kurze, automatisch erstellte Überblickstexte über den Suchergebnissen. Jetzt folgt mit dem sogenannten „AI Mode“ der nächste Schritt. In diesem neuen Suchmodus lassen sich Fragen in natürlicher Sprache stellen und Aufgaben wie Textkürzungen oder Tabellenanfragen ausführen. Damit gleicht das Angebot dem Vorgehen von Diensten wie Perplexity oder ChatGPT. Laut Google-Managerin Hema Budaraju reagiert der Konzern damit auf verändertes Nutzerverhalten: Anfragen seien komplexer geworden, Nachfragen häufiger.

In den USA begann die Umstellung im Mai 2024. Damals wurden erstmals die „AI Overviews“ freigeschaltet, die nun auch in Europa erscheinen. Sie liefern kompakte Antworten mitten im Suchfenster, das für Millionen Menschen zum zentralen Zugangspunkt ins Internet geworden ist. Die Einführung verlief holprig. Nutzer verbreiteten Screenshots von fehlerhaften KI-Antworten, etwa zur angeblichen gesundheitlichen Wirkung von Steinen oder absurde Kochhinweise. Google schränkte daraufhin die Sichtbarkeit sensibler Themen ein und passte seine Modelle an.

Trotz anfänglicher Pannen bleibt Google bei seiner Strategie. Die KI-Integration gilt als entscheidend für die Zukunft des Konzerns. Jahrzehntelang stammte der Großteil der Gewinne aus klassischer Suchmaschinenwerbung. Neue Konkurrenz durch <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft, OpenAI und verschiedene Start-ups verändert die Erwartungen vieler Internetnutzer. Immer mehr Menschen möchten keine Linklisten durchsehen, sondern direkt Antworten erhalten. Google reagiert mit einer enger kontrollierten Suchoberfläche und neuen Werbeformaten, bei denen Anzeigen ober- und unterhalb der KI-Antwort platziert werden.

Für Verlage und Online-Dienste bedeutet der Umbau sinkende Reichweiten. Studien zeigen, dass der Weiterleitungsverkehr deutlich zurückgeht, wenn KI-Antworten erscheinen. Branchenvertreter warnen, Google vereinnahme Inhalte und halte Nutzer im eigenen System. Der Konzern verweist dagegen auf steigende Suchaktivität insgesamt. Gleichzeitig steht das Geschäftsmodell unter Druck, da die neue Technik hohe Investitionen erfordert und regulatorische Prüfungen laufen. Analysten bewerten die Strategie dennoch positiv. Die Börse erwartet, dass Google langfristig von der Transformation profitiert und seine Rolle als zentraler Akteur des digitalen Informationsflusses weiter festigt.

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