Schussattentat beim White House Correspondents' Dinner erschüttert Washington
Ein bewaffneter Mann eröffnete das Feuer beim prestigeträchtigen Abendessen der Weißen-Haus-Korrespondenten – Trump und Vance wurden in Sicherheit gebracht.

Ein dramatischer Zwischenfall hat das jährliche Abendessen der White House Correspondents' Association am Samstag, dem 25. April 2026, jäh unterbrochen. Gegen 20:35 Uhr Ortszeit hörten rund 2.600 Gäste im Ballsaal des Washington Hilton eine Reihe dumpfer Schläge – der Beginn eines Sicherheitsvorfalls, der die gesamte Veranstaltung zum Abbruch zwang.
Präsident Donald Trump saß gemeinsam mit First Lady Melania Trump, Vizepräsident JD Vance und weiteren hochrangigen Würdenträgern an einer langen Ehrentafel, als die Türen zum Ballsaal aufsprangen und das Chaos begann. Agenten des Secret Service reagierten sofort: Sie brachten Vance und andere Personen von der Bühne, drückten Kabinettsmitglieder zu Boden und rollten sie unter Tische. Andere Beamte zogen Handfeuerwaffen, wieder andere erschienen in voller taktischer Ausrüstung mit Langwaffen.
Trump selbst bewegte sich zunächst kaum. „Ich dachte, ein Tablett sei heruntergefallen", sagte der Präsident Stunden später bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Kurz darauf stürzten sich Secret-Service-Agenten auf ihn, und Trump kauerte sich hin, während er von seinem Stuhl geholt wurde.
Der Verdächtige und der Angriff
Die Behörden identifizierten den Verdächtigen später als Cole Allen, einen in Kalifornien tätigen Lehrer, der im Hotel übernachtete. Allen soll einen Sicherheitskontrollpunkt im Stockwerk über dem Ballsaal gestürmt und Schüsse aus einer Schrotflinte abgegeben haben. Dabei wurde ein Secret-Service-Agent getroffen, bevor Allen von der Polizei überwältigt werden konnte.
Das Washington Hilton ist kein unbekannter Ort für Sicherheitsvorfälle dieser Art: Im selben Hotel schoss der Einzeltäter John Hinckley Jr. im Jahr 1981 auf Präsident Ronald Reagan, als dieser eine Veranstaltung verließ. Die historische Parallele dürfte die Sicherheitsbehörden in den kommenden Tagen intensiv beschäftigen.
Außenminister Marco Rubio wurde schnell aus dem Saal gebracht. Innenminister Markwayne Mullin wurde in einen Nebenraum geschoben, Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson von Agenten weggeführt, die an seiner Smokingjacke zogen. Bildungsministerin Linda McMahon verließ das Hotel erst fast eine Stunde nach der Schießerei mit ihrem Sicherheitsaufgebot.
Chaos und Journalisten im Ausnahmezustand
Im Saal selbst herrschte nach den ersten Schüssen eine unheimliche Stille, bevor Panik ausbrach. Die meisten der rund 2.600 Gäste – Journalisten und ihre Begleiter, festlich gekleidet in Smokings und Abendkleidern – warfen sich auf den Boden und krochen unter Tische und Stühle. Einige Besucher riefen „USA! USA! USA!".
Als sich die Lage beruhigte, taten die anwesenden Journalisten das, was Journalisten tun: Sie begannen zu berichten. Smartphones wurden gezückt, Kameras eingeschaltet. Reporter kämpften um WLAN-Zugang – das Passwort für das Veranstaltungsnetzwerk lautete, wie viele in diesem Moment erfuhren, „MOREWINE".
Hinter der Bühne bestand Trump zunächst darauf, dass die Veranstaltung weitergehen solle und er seine Rede halten wolle. Der Secret Service überzeugte ihn jedoch, ins Weiße Haus zurückzukehren. Das Abendessen wurde offiziell abgesagt. Trump versprach, die Veranstaltung innerhalb der nächsten 30 Tage nachzuholen.
Weijia Jiang, CBS-Korrespondentin und Präsidentin der White House Correspondents' Association, bat die Gäste schließlich, das Hilton zu verlassen. Draußen filmten Schaulustige mit ihren Smartphones, wie die festlich gekleideten Gäste – die Herren mit gelösten Fliegen, die Damen mit abgestreiften Schuhen – das Hotel verließen.
