Schulden von Hyperscalern als Warnsignal: Apollo warnt Anleger
Private-Equity-Gesellschaft Apollo sieht steigendes Kreditrisiko bei großen Cloud-Anbietern.

Die von den großen Cloud-Computing-Anbietern ausgegebenen Unternehmensanleihen werden zunehmend risikoreicher. Davor warnte die Private-Equity-Gesellschaft Apollo Global Management am Mittwoch. Hintergrund sind die massiven Investitionen der sogenannten Hyperscaler in den KI-Boom.
Risikoversicherungsverträge, sogenannte Credit Default Swaps (CDS), für Anleihen von Hyperscalern verteuern sich. Dies sei nicht auf Absicherungsgeschäfte der Banken zurückzuführen, schrieb Torsten Slok, Chefökonom bei Apollo, in einer Mitteilung. Vielmehr deute die Entwicklung auf ein eigenständig wachsendes Kreditrisiko der Hyperscaler hin.
Wachsende Kluft zwischen CDS-Spannen
Wäre die Absicherung neuer Anleihen durch Händler für den Anstieg der Preise für Risikoversicherungen verantwortlich, würde sich diese Aufweitung in den Emittenten dieser Anleihen – also den Banken – zeigen. Doch genau das geschieht nicht. Die Spanne zwischen CDS von Hyperscalern und CDS von Banken ist seit Oktober 2025 von rund null auf etwa 60 Basispunkte angewachsen, wie die Forschungsergebnisse von Slok zeigen.
Die Mitteilung von Apollo folgt Warnungen der Leiter von Frontier-Modellen und Large Language Models (LLMs) am Wochenende. Diese erklärten, sie wollten aufgrund von Sicherheitsbedenken die Geschwindigkeit der Weiterentwicklung ihrer Produkte drosseln. Dies könnte finanzielle Konsequenzen für die Cloud-Computing-Anbieter haben, die diese LLMs betreiben.
Regulierung als Schutzschild gesucht?
Viele Akteure an der Wall Street sind der Ansicht, dass die Unternehmen mit Frontier-Modellen eine Regulierung aus Washington suchen. Diese soll sie vor dem Wettbewerb durch Startups schützen und rechtliche Haftung für die Handlungen autonomer Agenten ausschließen. Section 230 des Communications Act von 1996 sieht vor, dass „Internetplattformen nicht als Verleger von Inhalten Dritter behandelt würden" und dass „Plattformen nicht für von Nutzern veröffentlichte Inhalte haftbar gemacht würden", so die National Association of Attorneys General.
Technologie-Investoren zeigen sich hingegen gelassen. Sie sagen voraus, dass die Margen der Hyperscaler steigen, was die Schuldenaufnahme rechtfertigt. Sie halten es für zu früh, sich über die weitenden CDS-Spannungen Sorgen zu machen.
Bilanzkennzahlen der großen Hyperscaler
Ein Blick auf die Finanzdaten der großen Cloud-Anbieter zeigt ein gemischtes Bild. <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet weist ein forward Debt-to-Equity-Verhältnis von 13 Prozent und einen forward Free Cash Flow von negativ 25,7 Milliarden US-Dollar auf, laut FactSet. Amazon kommt auf ein Debt-to-Equity-Verhältnis von 23 Prozent und einen negativen Free Cash Flow von 30 Milliarden US-Dollar.
Meta Platforms hat ein Debt-to-Equity-Verhältnis von 34 Prozent und einen negativen Free Cash Flow von 25,7 Milliarden US-Dollar. Microsoft sticht mit einem Debt-to-Equity-Verhältnis von lediglich 7,34 Prozent und einem positiven Free Cash Flow von 33,4 Milliarden US-Dollar positiv hervor.
Ökonomen beobachten angesichts der Warnung von Apollo bezüglich Credit Default Swaps die Kreditbedingungen der Hyperscaler nun genau. Die Entwicklung könnte weitreichende Folgen für den gesamten Technologiesektor haben, der maßgeblich von der Kreditaufnahme der großen Cloud-Anbieter profitiert.
