Russische Superjacht passiert Straße von Hormus ungehindert
Weder Iran noch USA erhoben Einspruch gegen die Durchfahrt der 500-Millionen-Dollar-Yacht des Oligarchen Mordaschow.

Die Superjacht „Nord" des russischen Milliardärs Alexej Mordaschow hat die Straße von Hormus passiert – ohne Widerstand von Iran oder den USA. Das Schiff, das zuvor in Dubai gewartet worden war, durchquerte die strategisch bedeutende Wasserstraße am vergangenen Samstag. Eine Mordaschow nahestehende Quelle bestätigte den Vorfall am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Yacht im Wert von über 500 Millionen US-Dollar fuhr unter russischer Flagge und nutzte eine genehmigte Route in Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht. „Der Iran hat die Bewegung der Yacht nicht behindert, da es sich um ein ziviles Schiff eines befreundeten Landes handelt, das eine friedliche Durchfahrt durchführt", erklärte die Quelle. Auch die USA stellten demnach keine Fragen, da die Yacht keine iranischen Häfen anlief und keine Verbindung zum Iran hat.
Straße von Hormus: Kritische Wasserstraße im Konflikt
Die Straße von Hormus am Eingang zum Persischen Golf gilt als eine der wirtschaftlich bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges am 28. Februar ist der Schiffsverkehr dort drastisch eingeschränkt. Passierten zuvor täglich durchschnittlich 125 bis 140 Schiffe die Meerenge, sind es heute nur noch wenige – hauptsächlich Handelsschiffe.
Als Reaktion auf den Konflikt haben die USA eine Blockade iranischer Häfen verhängt. Washington und Teheran halten derzeit einen unsicheren Waffenstillstand aufrecht. Die Durchfahrt der „Nord" zeigt, wie komplex die diplomatischen Verhältnisse rund um die Meerenge geworden sind.
Russland als Verbündeter des Irans
Russland gilt als langjähriger Verbündeter des Irans, was die reibungslose Durchfahrt der Yacht unter russischer Flagge erklären dürfte. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi reiste am Montag nach St. Petersburg zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Zuvor hatte er am Wochenende Gespräche mit Friedensvermittlern in Pakistan und im Oman geführt.
Nach der Durchquerung der Meerenge befindet sich die „Nord" laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG seit Sonntag in der Nähe der Küste von Oman. Der genaue weitere Kurs des Schiffes ist nicht bekannt.
Alexej Mordaschow gehört zu den reichsten Männern Russlands und steht seit dem russischen Angriff auf die Ukraine auf westlichen Sanktionslisten. Seine Yacht „Nord" war bereits in der Vergangenheit Gegenstand internationaler Aufmerksamkeit, da westliche Staaten versuchten, Vermögenswerte sanktionierter russischer Oligarchen zu beschlagnahmen. Die ungehinderte Durchfahrt durch eine der sensibelsten Wasserstraßen der Welt verdeutlicht die geopolitischen Spannungsfelder, in denen sich das Schiff bewegt.
