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Revolut stellt Rohstoffhandel in einigen europäischen Märkten ein

Die britische Finanz-App gibt Kunden 60 Tage, ihre Edelmetallbestände zu veräußern – Gründe bleiben unklar.

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Revolut stellt Rohstoffhandel in einigen europäischen Märkten ein

Revolut zieht sich aus dem Rohstoffgeschäft in ausgewählten europäischen Ländern zurück. Das in London ansässige Fintech-Unternehmen gab am Freitag bekannt, dass Kunden in den betroffenen Märkten 60 Tage Zeit haben, ihre Bestände an Gold, Silber, Platin und Palladium zu veräußern. Welche Länder konkret betroffen sind, ließ das Unternehmen offen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters lehnte Revolut es ab, die betroffenen Märkte zu nennen oder Gründe für die Entscheidung zu kommunizieren. Ein Unternehmenssprecher betonte lediglich, dass die Änderung nur eine kleine Gruppe von Kunden betreffe. Betroffene Nutzer werden demnach direkt kontaktiert und erhalten Rückerstattungen ihrer Kommissionsgebühren.

Alle übrigen Produkte und Dienstleistungen von Revolut bleiben von der Entscheidung unberührt, so der Sprecher weiter. Das Unternehmen signalisiert damit, dass es sich um eine gezielte Maßnahme in einzelnen Märkten handelt und keine grundlegende strategische Kehrtwende im Gesamtangebot geplant ist.

Revolut hielt fast eine Milliarde Pfund in Edelmetallen

Besonders bemerkenswert ist der Umfang, in dem Revolut selbst in Edelmetalle investiert war. Laut dem aktuellen Geschäftsbericht hielt das Unternehmen im Jahr 2025 rund 739 Millionen Pfund – umgerechnet etwa 997 Millionen US-Dollar – in Edelmetallen. Diese Bestände dienten als Absicherung gegen Preisvolatilität bei den Kundenbeständen. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei lediglich 199 Millionen Pfund gelegen – ein massiver Anstieg innerhalb eines Jahres. Eine länderspezifische Aufschlüsselung dieser Bestände veröffentlichte das Unternehmen nicht.

Der Rückzug aus dem Rohstoffangebot in einzelnen Märkten steht in einem interessanten Kontrast zu Revoluts ambitionierten Expansionsplänen in Europa. Das Unternehmen hat eine Banklizenz in Frankreich beantragt, um seine Präsenz auf dem Kontinent weiter auszubauen. Derzeit bietet Revolut Bankdienstleistungen in der Europäischen Union über seine Lizenz aus Litauen an.

Expansion trotz Rückzug in Teilbereichen

Für deutsche und europäische Privatanleger, die Revolut als Plattform für den Handel mit Edelmetallen nutzen, ist die Entwicklung ein Signal zur Wachsamkeit. Wer zu den betroffenen Kunden gehört, wird laut Unternehmensangaben direkt informiert. Die 60-tägige Frist zur Veräußerung der Bestände gibt Nutzern ausreichend Zeit, ihre Positionen geordnet aufzulösen oder auf alternative Anbieter umzusteigen.

Revolut zählt zu den größten Fintech-Unternehmen Europas und hat in den vergangenen Jahren sein Angebot kontinuierlich ausgebaut – von einfachen Geldtransfers über Kryptowährungen bis hin zu Aktien und Rohstoffen. Der nun angekündigte Teilrückzug aus dem Edelmetallsegment zeigt, dass das Unternehmen sein Portfolio in einzelnen Regionen selektiv anpasst, ohne dabei die übergeordnete Wachstumsstrategie aufzugeben.

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