Renault übernimmt Elektro-Transporter Joint Venture Flexis vollständig
Der französische Autobauer kauft die Anteile von Volvo und CMA CGM am Gemeinschaftsunternehmen Flexis zurück.

Renault zieht die Zügel bei seinem Elektro-Transporter-Projekt an: Der Pariser Konzern übernimmt das Joint Venture Flexis vollständig und kauft dafür die Anteile seiner bisherigen Partner Volvo und CMA CGM auf. Das gab Renault am Montag offiziell bekannt. Die Transaktion soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abgeschlossen sein.
Das Gemeinschaftsunternehmen Flexis wurde erst 2024 unter dem damaligen Renault-Chef Luca de Meo gegründet. Die Beteiligungsstruktur war klar aufgeteilt: Renault und der schwedische Nutzfahrzeugkonzern Volvo hielten jeweils 45 Prozent, die französische Reederei CMA CGM war mit zehn Prozent dabei. Nun wandert die volle Kontrolle zu Renault.
Konzernumbau unter neuem Chef
Hinter dem Schritt steckt eine klare strategische Entscheidung von Renault-Chef François Provost, der sein Amt erst im vergangenen Jahr antrat. Er treibt die Verschlankung des Konzerns konsequent voran und holt strategisch wichtige Einheiten unter das Dach der Muttergesellschaft zurück. Für Privatanleger ist das ein Signal: Renault setzt auf direkte Kontrolle über seine Elektromobilitätsstrategie.
Die operative Planung bleibt trotz der Übernahme unverändert. Das erste Modell unter dem Flexis-Dach – der Renault Trafic Van E-Tech – soll wie geplant Ende 2026 im französischen Renault-Werk Sandouville vom Band laufen. Der Produktionsstandort in der Normandie bleibt damit gesetzt.
Volvo bleibt als Vertriebspartner an Bord
Trotz des Anteilsverkaufs bleibt Volvo dem Projekt erhalten – allerdings in anderer Funktion. Ab 2027 will der schwedische Konzern den elektrischen Transporter über seine Tochtermarke Renault Trucks vermarkten. Für beide Seiten entsteht so eine klare Rollenverteilung: Renault produziert, Volvo vertreibt.
