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RBA hebt Leitzins deutlich auf 15-Jahres-Hoch von 4,60 Prozent

Die australische Notenbank erhöht den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,60 Prozent und schließt weitere Schritte nicht aus.

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RBA hebt Leitzins deutlich auf 15-Jahres-Hoch von 4,60 Prozent

Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat am Dienstag ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,60 Prozent angehoben. Es ist die vierte Zinserhöhung in diesem Jahr und der höchste Stand seit Oktober 2011. Der Beschluss fiel einstimmig. Die Notenbank begründet den Schritt damit, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei, und signalisierte, bei Bedarf weitere Maßnahmen zur Straffung der Geldpolitik zu ergreifen.

Die aktuelle Inflationsrate liegt mit 3,6 Prozent deutlich über dem Zielkorridor der RBA von 2 bis 3 Prozent. Nach Einschätzung von Reuters treiben hohe Energiekosten und eine schwache Produktivität die Teuerung an. Die Financial Times betont dagegen den Einfluss geopolitischer Spannungen: Der Konflikt im Nahen Osten habe die Kraftstoffpreise in die Höhe getrieben und die wirtschaftliche Unsicherheit verschärft. Trotz dieser negativen Wirkungen merkt die RBA an, dass Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) teilweise gegensteuern konnten.

Regierung warnt vor schwierigen Monaten

Die wirtschaftliche Lage in Australien bleibt angespannt. Der australische Schatzmeister Jim Chalmers warnte vor „schwierigen Monaten“. Zugleich verteidigte er die Regierung gegen Kritik, wonach hohe Staatsausgaben die Inflation befeuert hätten. Damit gerät die Finanzpolitik der Regierung in den Fokus, während die Notenbank auf der geldpolitischen Seite gegensteuert.

Auch der Immobiliensektor steht unter Druck. Steigende Zinsen und der Abbau von Steuervergünstigungen für Anlageimmobilien haben die Nachfrage gedämpft. Das Analysehaus Cotality beziffert die kumulierte Wirkung der vier Zinserhöhungen seit Februar: Die Kreditkapazität privater Haushalte sei um fast 90.000 Australische Dollar gesunken. Das entspricht einem Kaufkraftverlust von etwa 9 Prozent.

Verhaltene Marktreaktion auf die Zinsentscheidung

Die Finanzmärkte reagierten zurückhaltend auf den Zinsschritt. Der australische Dollar gab gegenüber dem US-Dollar um 0,5 Prozent nach, während der S&P/ASX 200 Index unverändert blieb. Die Renditen zehnjähriger australischer Staatsanleihen sanken leicht um 0,04 Prozentpunkte auf 5,38 Prozent.

Angesichts der hartnäckigen Teuerungsraten rechnen Investoren bereits mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung in der nahen Zukunft. Besonders die Wohnkosten mit einem Anstieg von 5 Prozent und die Lebensmittelpreise mit plus 3,2 Prozent bleiben Treiber der Inflation. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Australien ein wichtiger Indikator: Sie zeigt, wie schwer sich rohstoffreiche Volkswirtschaften mit der Rückführung der Teuerung tun, während globale Faktoren wie Energiepreise und geopolitische Risiken den Preisdruck von außen verstärken.

Ob die RBA ihren Straffungskurs fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich Inflation, Produktivität und die Lage im Immobilienmarkt weiterentwickeln. Die einstimmige Entscheidung und die klare Kommunikation der Notenbank deuten darauf hin, dass die Währungshüter notfalls nachlegen würden, um das Inflationsziel von 2 bis 3 Prozent wieder zu erreichen.

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