Qube Holdings: Macquarie-Konsortium bietet 8,3 Milliarden Dollar für Logistikkonzern
Australiens größter Logistiker soll privatisiert werden – Aktie steigt auf Rekordhoch

Die Aktien des australischen Logistikkonzerns Qube Holdings sind am Montag auf ein Allzeithoch geschossen, nachdem das Unternehmen einem milliardenschweren Übernahmeangebot zugestimmt hat. Ein von Macquarie Asset Management (MAM) geführtes Konsortium will den Konzern für umgerechnet 8,26 Milliarden US-Dollar (11,7 Milliarden Australische Dollar) von der Börse nehmen.
Die Papiere sprangen im frühen Handel um bis zu 4,1 Prozent auf 5,05 Australische Dollar – ein neuer Rekord. Damit liegt der Kurs allerdings noch unter dem Angebotspreis von 5,20 Australischen Dollar je Aktie. Die Vereinbarung ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen, die im November begannen, als das Konsortium erstmals ein unverbindliches Angebot vorlegte.
Qube Holdings betreibt Häfen, Intermodalterminals und Massenumschlaganlagen in ganz Australien und gilt als wichtiger Indikator für die dortige Wirtschaft. Das Unternehmen profitiert von Container- und Fahrzeugimporten sowie der Exportnachfrage nach Rohstoffen und Agrarprodukten. "Qube reflektiert wichtige Wirtschaftsvolumina der australischen Wirtschaft", erklärt Ani Satchcroft, Co-Leiterin für Infrastruktur bei MAM für die Asien-Pazifik-Region.
Starke Partner im Konsortium
Neben Macquarie beteiligen sich zwei namhafte Investoren an der Übernahme: Der australische Pensionsfonds UniSuper ist mit 15,1 Prozent bereits größter Einzelaktionär und hatte seine Position nach Bekanntgabe des Angebots im November durch Zukäufe am freien Markt weiter ausgebaut. Als dritter Partner steigt Pontegadea ein, das Family Office der spanischen Unternehmerfamilie Ortega, die den Modekonzern Inditex mit der Marke Zara kontrolliert.
John Pearce, Chief Investment Officer von UniSuper, sieht in der Transaktion einen Trend: "Wir erwarten weitere Public-to-Private-Deals, da private Vehikel mehr Spielraum für langfristige Investitionsentscheidungen bieten", sagte er gegenüber Reuters. Tatsächlich ermöglicht die Privatisierung dem Management, ohne den Druck vierteljährlicher Quartalszahlen zu agieren und langfristige Infrastrukturinvestitionen zu tätigen.
Dividende und regulatorische Hürden
Gemäß der Vereinbarung kann Qube vor Abschluss der Transaktion noch Dividenden von bis zu 40 Australischen Cents je Aktie ausschütten. Dies würde den Angebotspreis entsprechend reduzieren. Der Vorstand des in Sydney ansässigen Unternehmens empfiehlt den Aktionären, dem Deal auf einer Hauptversammlung später in diesem Jahr zuzustimmen.
Allerdings steht die Transaktion noch unter dem Vorbehalt wichtiger Genehmigungen: Sowohl die australische Wettbewerbsbehörde als auch die Behörden für ausländische Investitionen müssen dem Deal noch zustimmen. Für deutsche Anleger ist die Transaktion ein weiteres Beispiel dafür, wie Infrastrukturunternehmen mit stabilen Cashflows zunehmend ins Visier langfristig orientierter Investoren geraten.
