Phoenix Tailings plant 375-Millionen-Dollar-Seltenerd-Anlage im Bundesstaat New York
Der US-Konzern errichtet in Rochester eine kommerzielle Verarbeitungsanlage für Seltene Erden; New York gewährt Steuergutschriften.

Phoenix Tailings wird in Rochester im US-Bundesstaat New York eine kommerzielle Verarbeitungsanlage für Seltene Erden errichten. Das Investitionsvolumen liegt bei 375 Millionen US-Dollar. Die Ankündigung erfolgte am Dienstag durch New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Washington meldete.
Die Vereinigten Staaten investieren derzeit Milliardensummen in neue Anlagen zur Verarbeitung seltener Erden. Ziel ist es, Chinas Dominanz bei diesen Mineralien zu schwächen. Seltene Erden stecken in einer Vielzahl von Produkten – vom Elektrofahrzeug bis zum Kampfflugzeug. Ein Großteil der neuen Kapazitäten wird allerdings erst 2027 oder später verfügbar sein.
Die geplante Anlage von Phoenix Tailings soll im Eastman Business Park in Rochester entstehen und eine Fläche von 500.000 Quadratfuß umfassen. Einige Betriebsabläufe sollen bereits nächstes Jahr anlaufen. Die volle Produktionskapazität wird voraussichtlich 2028 erreicht.
Die Details
Laut der Erklärung von Gouverneurin Hochul soll die Anlage jährlich etwa 18.000 Tonnen seltenes Erdmaterial verarbeiten. Der Bundesstaat New York werde dem Projekt leistungsabhängige Steuergutschriften in Höhe von 3 Millionen US-Dollar gewähren.
Hochul betonte, die Anlage werde dazu beitragen, „unsere nationale Sicherheit zu stärken, indem in New York eine saubere Lieferkette für Seltene-Erden-Elemente aufgebaut und die Abhängigkeit von ausländischen Quellen kritischer Mineralien verringert“ werde.
Die Ankündigung erfolgt Monate, nachdem das Pentagon Phoenix Tailings bedingt langfristige Schuldfinanzierung in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zugesagt hatte. Damit soll eine Midstream-Verarbeitungsanlage für Seltene Erden in den USA gebaut werden.
Nick Myers, Chief Executive Officer von Phoenix Tailings, sagte in einer Erklärung: „Amerika und seine Verbündeten können die nächste Generation der fortschrittlichen Fertigung nicht auf einer Lieferkette für Seltene Erden aufbauen, die sie nicht kontrollieren.“
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 19.06.2026 berichtete aktien.news, dass das Office of Strategic Capital (OSC) des US-Verteidigungsministeriums dem Unternehmen Phoenix Tailings eine bedingte Darlehenszusage in Höhe von 500 Millionen US-Dollar erteilt hat. Die Finanzierung bildet das Fundament einer öffentlich-privaten Initiative mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde US-Dollar. Ziel ist der Bau einer inländischen Anlage zur Trennung und Metallisierung Seltener Erden in den Vereinigten Staaten. Das Projekt trägt den Namen „Freedom Facility“ und soll einen kritischen Engpass im sogenannten Midstream-Bereich der Lieferkette schließen. Dieser Bereich verbindet Rohstoffproduzenten wie Minen und Recyclingunternehmen mit nachgelagerten Magnetherstellern und der Industrie.
Der Wettbewerb um eine unabhängige Versorgungskette ist in den vergangenen Monaten deutlich intensiver geworden. Am 24.09.2026 berichtete aktien.news über USA Rare Earth (USAR), das ein vollständig integriertes „Mine-to-Magnet“-Geschäft für Seltene-Erde-Elemente und Permanentmagneten außerhalb Chinas aufbaut. Am 9. September gab das Unternehmen bekannt, dass mit dem Bau seiner 1,2 Milliarden Dollar teuren Anlage in South Carolina begonnen wurde.
Bereits am 15.06.2026 meldete aktien.news, dass die Aktie von USA Rare Earth Inc (NASDAQ: USAR) um 6,9 Prozent zulegte. Grund war die offizielle Inbetriebnahme der hydrometallurgischen Demonstrationsanlage im amerikanischen Wheat Ridge, Colorado. Das Unternehmen strebt die erste Produktion von separierten Oxiden für das dritte Quartal 2026 an.
Auch andere Akteure treiben den Aufbau heimischer Kapazitäten voran. Am 13.10.2026 berichtete aktien.news, dass Hertha Metals den ersten Spatenstich für seine kommerzielle Anlage „Hertha Chalyx“ in Conroe, Texas, gefeiert hat. Die rund 100 Millionen US-Dollar teure Anlage ist auf eine Jahresproduktion von rund 10.000 Tonnen hochreinem Eisen in Stahl- und Magnetqualität ausgelegt.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung Teil eines größeren Musters: Die USA bauen mit staatlicher Unterstützung eine eigene Lieferkette für Seltene Erden auf. Phoenix Tailings erhält dabei sowohl eine bedingte Darlehenszusage des Pentagons als auch Steuergutschriften des Bundesstaats New York. Das zeigt, wie stark öffentliche Mittel private Projekte in diesem Sektor flankieren.
Interessant ist der Zeitplan. Ein Großteil der neuen Verarbeitungskapazitäten in den USA wird erst 2027 oder später verfügbar sein. Bei Phoenix Tailings soll die volle Produktionskapazität sogar erst 2028 erreicht werden. Anleger sollten daher zwischen Ankündigungen und tatsächlich verfügbarer Produktion unterscheiden.
Der Sektor umfasst unterschiedliche Ansätze: Phoenix Tailings konzentriert sich auf die Midstream-Verarbeitung, USA Rare Earth verfolgt ein integriertes „Mine-to-Magnet“-Modell, Hertha Metals setzt auf Eisen in Magnetqualität. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die Anlage in Rochester soll im Eastman Business Park entstehen. Einige Betriebsabläufe sollen bereits nächstes Jahr anlaufen. Die volle Produktionskapazität wird voraussichtlich 2028 erreicht. Dann soll die Anlage jährlich etwa 18.000 Tonnen seltenes Erdmaterial verarbeiten.
Der Bundesstaat New York gewährt leistungsabhängige Steuergutschriften in Höhe von 3 Millionen US-Dollar. Die vom Pentagon zugesagte bedingte Schuldfinanzierung von 500 Millionen US-Dollar ist an den Bau einer Midstream-Verarbeitungsanlage geknüpft.
Kurz erklärt
- Seltene Erden: Sammelbezeichnung für bestimmte Metalle, die in vielen Hightech- und Verteidigungsprodukten benötigt werden.
- Midstream: Der Abschnitt der Lieferkette, der Rohstoffe aus Minen und Recycling mit der Weiterverarbeitung zu Magneten und Industrie verbindet.
- Leistungsabhängige Steuergutschrift: Ein staatlicher Steuervorteil, der nur gewährt wird, wenn bestimmte Ziele erreicht werden.
