PHC Holdings steigt nach Übernahmeangebot von Toho auf Vierjahreshoch
Die Aktie des japanischen Gesundheitsunternehmens legt 13,6 Prozent zu, nachdem Toho Holdings ein erstes Übernahmeangebot bestätigt hat.

Die Aktien von PHC Holdings (TYO: 6523) sind auf ein nahezu vierjähriges Hoch geklettert. Auslöser war die Bestätigung des japanischen Gesundheitsunternehmens, dass es ein erstes Übernahmeangebot von Toho Holdings erhalten hat. Die Aktie legte am Donnerstag um 13,6 Prozent auf 1.625 Yen zu und erreichte ein intraday-Hoch von 1.644 Yen. Damit notierte das Papier auf dem höchsten Niveau seit dem 25. November 2022.
Der Kurssprung erfolgte vor dem Hintergrund eines freundlichen Gesamtmarktes: Der Nikkei 225 legte um rund ein Prozent zu, während der breiter gefächerte Topix niedriger notierte. PHC relativierte die Nachricht jedoch umgehend. Das Angebot von Toho sei nicht bindend und vorläufig, teilte das Unternehmen mit. Eine Entscheidung über eine Transaktion stehe noch aus.
Vorläufiges Angebot, keine Entscheidung
PHC erklärte, weitere Informationen offenzulegen, falls eine meldepflichtige Angelegenheit beschlossen werde. Bis dahin bleibt der Ausgang des Prozesses offen. Für Anleger bedeutet das: Die Kursgewinne spiegeln vor allem Erwartungen wider, nicht vollendete Tatsachen.
Nach Angaben von Bloomberg, die sich auf mit der Sache befasste Personen beruft, hat Toho einen ersten Vorschlag zur Übernahme von PHC für mehr als 200 Milliarden Yen (rund 1,3 Milliarden US-Dollar) eingereicht und führt derzeit Due-Diligence-Prüfungen durch. Toho ist demnach derzeit der einzige potenzielle Käufer, der in konkrete Verhandlungen verwickelt ist. Allerdings haben laut Bloomberg auch inländische Investmentfonds Interesse bekundet.
Der gemeldete Dealwert steht im Vergleich zur Marktkapitalisierung von PHC in Höhe von rund 182 Milliarden Yen. Bloomberg zufolge dürfte der letztlich erzielte Endpreis des Tenderangebots einen Aufschlag enthalten. Sowohl Toho als auch der Großaktionär KKR haben dem Bericht zufolge Finanzberater bestellt.
KKR als größter Aktionär vor dem Ausstieg
KKR ist laut Bloomberg-Daten der größte Aktionär von PHC mit einem Anteil von etwa 38 Prozent. Der Finanzinvestor hatte 2014 einen 80-prozentigen Anteil an der Vorgängergesellschaft von PHC, Panasonic Healthcare, erworben. Seither reduziert KKR seine Beteiligung schrittweise, da das Unternehmen den Ausstieg aus der Investition anstrebt. Ein Übernahmeangebot wäre damit zugleich eine Gelegenheit für den Private-Equity-Investor, seine verbleibende Position zu veräußern.
PHC ist in den Bereichen Diabetesmanagement, Gesundheitslösungen sowie Diagnostik und Life Sciences tätig. Damit deckt das Unternehmen mehrere wachstumsorientierte Segmente des Gesundheitsmarktes ab – ein Umstand, der es für strategische Käufer attraktiv macht.
Einordnung in den japanischen Gesundheitsmarkt
Laut seiner mittelfristigen Strategie strebt Toho die Expansion in angrenzende Geschäftsbereiche des Gesundheitswesens an. Dazu zählen Medizinprodukte, diagnostische Reagenzien und Informationstechnologie im Gesundheitswesen. Toho ist ein japanischer pharmazeutischer Großhändler und würde mit einer Übernahme sein Geschäftsfeld deutlich erweitern.
Die potenzielle Akquisition durch Toho würde zudem in einen breiteren Trend der Konsolidierung und managementgeführten Privatisierungen in der japanischen Gesundheitsbranche passen. Bloomberg verwies auf jüngste Bewegungen im Zusammenhang mit Hisamitsu Pharmaceutical und Taisho Pharmaceutical Holdings. Auch Kobayashi Pharmaceutical zieht dem Bericht zufolge eine Private-Equity-gesteuerte Übernahme in Betracht. Der Fall PHC Holdings reiht sich damit in eine Serie von Transaktionen ein, die den Umbau der japanischen Pharmaindustrie vorantreiben.
Für deutsche Anleger bleibt festzuhalten: Noch ist nichts entschieden. PHC hat den Empfang des vorläufigen Angebots bestätigt, betonte aber ausdrücklich, dass keine Entscheidung über eine Transaktion getroffen wurde. Die weitere Kursentwicklung dürfte daher maßgeblich davon abhängen, ob und zu welchen Konditionen ein verbindliches Angebot folgt.
