Patagonien-Waldbrände: Mileis Sparmaßnahmen geraten unter massive Kritik
Brände zerstören Weltkulturerbe-Nationalpark – Regierung kürzte Brandschutz-Budget um 71 Prozent

Verheerende Waldbrände in Patagonien haben eine Fläche von über 44.515 Hektar zerstört – mehr als doppelt so groß wie Buenos Aires. Die argentinische Regierung unter Präsident Javier Milei sieht sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem bekannt wurde, dass die Sparmaßnahmen die Brandschutz-Ressourcen drastisch reduziert haben. Am Donnerstag rief die Regierung den Notstand in den südlichen Provinzen Chubut, Rio Negro, Neuquen und La Pampa aus.
Besonders alarmierend: Die Flammen haben den UNESCO-Weltkulturerbe-Nationalpark Los Alerces erreicht. Dort wachsen die legendären Alerce-Bäume, die bis zu 3.600 Jahre alt werden können und damit zur zweitältesten Baumart der Welt gehören. Die Zerstörung dieser einzigartigen Naturschätze verschärft die Kontroverse um Mileis aggressive Sparpolitik.
Feuerwehrleute kämpfen in der Provinz Chubut gegen starke Winde und hohe Temperaturen. Die ersten Brände der Saison begannen bereits im Dezember, was für Patagonien während der Sommermonate nicht ungewöhnlich ist. Das aktuelle Ausmaß übertrifft jedoch die Brandsaison des Vorjahres deutlich – damals verbrannten rund 32.374 Hektar.
Drastische Budgetkürzungen im Fokus
Die gemeinnützige Organisation FARN enthüllte brisante Zahlen: Der Haushalt 2026 kürzt die Mittel für den Nationalen Brandschutzdienst real um 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Diese Brände sind absolut vorhersehbar", kritisiert Ariel Slipak, Ökonom bei FARN. Die Regierung Milei habe ein ausgeglichenes Budget "um jeden Preis" über Notfallfonds gestellt.
Die sogenannten "Kettensägen"-Ausgabenkürzungen sind Teil von Mileis aggressiver fiskalischer Straffung. Erst nach öffentlichem Druck kündigte das argentinische Sicherheitsministerium am Donnerstag an, etwa 69 Millionen Dollar für Brandbekämpfungsmaßnahmen bereitzustellen.
Klimawandel-Leugnung sorgt für zusätzliche Empörung
Milei hatte den Klimawandel zuvor als "sozialistische Lüge" bezeichnet, was ihm scharfe Kritik von Umweltaktivisten einbrachte. Seine Regierung erwägt Berichten zufolge den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen – nach dem Vorbild von US-Präsident Donald Trump, einem engen Verbündeten Mileis.
"Die Auswirkungen des Klimawandels weiterhin zu leugnen oder zu unterschätzen, ist eine politische Verantwortungslosigkeit, die Wälder und Häuser bezahlen werden", warnt Hernan Giardini von Greenpeace Argentinien. Umweltgruppen fordern eine sofortige Kurskorrektur und ausreichende Mittel für Prävention und Brandbekämpfung.
Die verbrannte Fläche hat bereits jetzt das gesamte Ausmaß der letztjährigen Brandsaison überschritten – und die Sommermonate in der südlichen Hemisphäre sind noch nicht vorbei.
