Oracle-Aktie unter Druck: Rechenzentrum-Pläne in Texas gescheitert
Bloomberg berichtet: Oracle und OpenAI beenden Erweiterungspläne für KI-Rechenzentrum in Abilene – Meta springt ein.

Die Aktie der Oracle Corporation (NYSE: ORCL) geriet am Freitag unter Druck, nachdem Bloomberg berichtete, dass Oracle und OpenAI ihre gemeinsamen Pläne zum Ausbau eines KI-Rechenzentrums in Abilene, Texas, aufgegeben haben. Das Papier verlor in der letzten Handelsstunde rund 1%, nachdem es zuvor noch bis zu 3% im Plus gelegen hatte. Auslöser waren gescheiterte Verhandlungen über Finanzierung und sich verändernde Anforderungen seitens OpenAI.
Das betroffene Rechenzentrum in Abilene ist Teil des sogenannten Stargate-Projekts, das gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus angekündigt worden war. Der Entwickler Crusoe betreibt dort einen rund 1.000 Acres großen Campus, von dem bereits mehrere Teile in Betrieb sind. Oracle und OpenAI hatten geplant, einen großen Erweiterungsbereich zu mieten – diese Pläne wurden nun jedoch verworfen.
Das Scheitern der Gespräche öffnete die Tür für Meta Platforms (Nasdaq: META). Dem Bloomberg-Bericht zufolge erwägt Meta nun, das Leasing des geplanten Erweiterungsstandorts von Crusoe zu übernehmen. Nvidia (NASDAQ: NVDA) spielte dabei eine entscheidende Vermittlerrolle und half, die Gespräche zwischen Meta und dem Entwickler anzubahnen.
Nvidia leistete dabei nicht nur diplomatische Unterstützung: Der Chiphersteller zahlte laut Bloomberg eine Anzahlung in Höhe von 150 Millionen US-Dollar an Crusoe. Ziel war es, sicherzustellen, dass das erweiterte Rechenzentrum weiterhin mit Nvidia-Halbleitern bestückt wird – und nicht mit Produkten des Konkurrenten Advanced Micro Devices (NASDAQ: AMD).
Für deutsche Anleger ist der Vorfall ein Hinweis auf die zunehmend komplexen Machtdynamiken im KI-Infrastrukturmarkt. Nvidia sichert sich damit strategisch seinen Einfluss auf die Lieferkette für KI-Rechenzentren, während Oracle einen Rückschlag bei seiner Cloud- und KI-Expansionsstrategie hinnehmen muss. Die Oracle-Aktie stabilisierte sich im weiteren Handelsverlauf, blieb aber unter ihrem Tageshoch.
