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Onlinebroker-Ranking: Neobroker hängen etablierte Institute klar ab

Trade Republic führt die Rangliste von P3 Financial Services an, Comdirect und S-Neo bilden die Schlusslichter.

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Onlinebroker-Ranking: Neobroker hängen etablierte Institute klar ab

Trade Republic gewinnt das aktuelle Ranking der Onlinebroker, das die Beratung P3 Financial Services erhoben hat. Mit 8696 von 10.000 möglichen Punkten setzt sich der Neobroker an die Spitze des Vergleichs. Auf Rang zwei folgt Smartbroker, Rang drei belegt Scalable Capital. Am unteren Ende der Tabelle stehen die etablierten Institute: Comdirect und S-Neo bilden die Schlusslichter.

Die Bewertung basiert auf vier Säulen, die unterschiedlich stark gewichtet werden. Die Konditionen bilden mit 35 Prozent das wichtigste Kriterium. Features und Kundenservice fließen mit je 25 Prozent in das Ergebnis ein, die Benutzerfreundlichkeit schließlich mit 15 Prozent. Diese Gewichtung erklärt einen guten Teil des Ergebnisses, denn gerade beim Preis zeigt sich der Unterschied zwischen jungen und alteingesessenen Anbietern. Comdirect schneidet in der Kategorie Konditionen am schwächsten ab und kommt dort auf 1498 Punkte. Smartbroker entscheidet dagegen diese Kategorie für sich.

Warum die Neobroker vorne liegen

Die Gründe für den Vorsprung sind struktureller Natur. Neobroker starteten einst mit klaren Nachteilen: Sie boten nur einen einzigen Handelsplatz und ein kleineres Produktangebot. In vielen Punkten haben sie nach Angaben der Studie jedoch aufgeholt – und liegen nun in der Gesamtbewertung vorn. Die etablierten Institute versuchen zwar aufzuholen, doch die Rangliste zeigt, wie schwer ihnen das fällt.

Christian Leurs, Geschäftsführer von P3 Financial Services, bringt die Lage auf den Punkt: "Die jungen Neobroker sind in vielen Hinsichten einfach besser als etabliertere Institute." In dieselbe Richtung argumentiert Philipp Mayenberger von P3 Financial Services: "Die etablierten Anbieter im Feld landen auf den hinteren Plätzen. Vor allem weil ihr Preismodell aus einer anderen Zeit stammt."

Deutlich wird der Preisunterschied an konkreten Beispielen. Bei Comdirect reichen die Orderkosten von 9,90 bis 59,90 Euro. Smartbroker bietet dagegen gebührenfreie Orders ab 500 Euro Volumen über den Handelsplatz Gettex. Für Anleger, die regelmäßig kleinere Beträge investieren, macht sich diese Differenz über die Jahre deutlich bemerkbar. Beim Kundenservice punktet wiederum Trade Republic, das diese Kategorie für sich entscheidet.

Worauf Anleger beim Vergleich achten sollten

So aussagekräftig das Ranking auch ist, es hat Grenzen. Die Bewertung lässt Spreads, Handelsplatzentgelte und Produktkosten außen vor. Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs eines Wertpapiers – ein Kostenfaktor, der je nach Handelsplatz erheblich schwankt und die tatsächlichen Ausgaben spürbar beeinflusst. Wer vor allem kleinere Order aufgibt, sollte diesen Posten deshalb nicht unterschätzen.

Auch die Bewertung des Kundenservice beruht nur auf einer begrenzten Stichprobe. Bei den Features wiederum wird lediglich geprüft, ob ein Angebot existiert, nicht aber, wie gut es in der Praxis funktioniert. Diese Einschränkungen sollte man kennen, bevor man aus dem Gesamturteil eine Kaufentscheidung ableitet. Die Studie liefert Orientierung, ersetzt aber keine individuelle Empfehlung.

Ein weiterer Punkt betrifft das Thema Verzinsung von Cash-Guthaben. Hier lohnt ein genauer Blick auf die Konstruktion der Produkte: Das Angebot Bitpanda Cash Plus läuft über Derivate und unterliegt damit nicht der Einlagensicherung. Anders verhält es sich bei Geldmarktfonds, die ebenfalls nicht der Einlagensicherung unterliegen. Zum Vergleich: Bei einem Cash-Guthaben von 20.000 Euro erzielt ein Anleger mit dem Zinsertrag von Trading212 im Jahr 560 Euro. Solche Renditeunterschiede sind ein wichtiger Baustein im Kostenvergleich.

Hinzu kommt die Vielfalt innerhalb etablierter Häuser. Jede Sparkasse führt ein eigenes Preismodell, was einen pauschalen Vergleich erschwert. Das Referenzinstitut für S-Neo ist die Göppinger Kreissparkasse. Wer bei seiner örtlichen Filiale bleibt, zahlt also unter Umständen andere Konditionen als in der Studie abgebildet.

Der Hintergrund der Untersuchung: Die Zahl der Broker am Markt wächst stetig, was die Suche nach dem passenden Anbieter für viele Anleger erschwert. Eine Rangliste kann hier Orientierung geben. Entscheidend bleibt jedoch, das eigene Anlageverhalten zu prüfen – Ordergröße, Handelsfrequenz und gewünschte Produkte –, bevor man sich für einen Anbieter entscheidet.

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