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Produktion legt 2,0 Prozent zu: Baugewerbe treibt Konjunktur an

Die deutsche Produktion ist im August überraschend stark gestiegen – getrieben vom Baugewerbe, während die Autoindustrie schwächelt.

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Produktion legt 2,0 Prozent zu: Baugewerbe treibt Konjunktur an

Die deutsche Wirtschaft hat im August ein überraschend kräftiges Lebenszeichen gesendet. Industrie, Bau und Energie produzierten zusammen 2,0 Prozent mehr als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Volkswirte hatten im Vorfeld lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Es ist das kräftigste Plus seit knapp anderthalb Jahren.

Im Juli hatte die Produktion noch um 1,2 Prozent nachgegeben. Der jetzige Anstieg markiert damit eine spürbare Trendumkehr nach einem schwachen Vormonat. "Das ist mal eine gute Zahl von der gebeutelten deutschen Industrie", kommentierte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, die Daten.

Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Bau. Das Baugewerbe weitete seine Produktion um 9,3 Prozent zum Vormonat aus. Besonders dynamisch entwickelten sich das Ausbaugewerbe und die spezialisierten Bautätigkeiten mit einem Zuwachs von 13,1 Prozent. Damit erwies sich der Bausektor als klar stärkster Antrieb der Gesamtproduktion.

Industrie mit gemischtem Bild

Die Industrie im engeren Sinne legte dagegen nur um 0,6 Prozent zu. Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes zeigten sich deutliche Unterschiede. Der Maschinenbau verbuchte ein Plus von 5,3 Prozent und gehörte damit zu den Gewinnern. Die Autoindustrie musste hingegen ein Minus von 5,4 Prozent hinnehmen, was auch auf Werksferien zurückzuführen ist.

Ein Wermutstropfen bleibt die Energieerzeugung, die um 0,4 Prozent schrumpfte. Auch der Auftragseingang der Industrie trübte das Bild: Er fiel um 10,6 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit Januar. Als Grund gilt unter anderem der Wegfall großer Rüstungsaufträge, der das Neugeschäft bremst.

Niedrigwasser und volle Auftragsbücher

Belastet wird die Produktion weiterhin durch das Niedrigwasser im Rhein, das seit Mitte Juli die Binnenschifffahrt beeinträchtigt. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet vor, dass rund 30 Niedrigwassertage die Industrieproduktion um mehr als ein Prozent dämpfen. KfW-Ökonom Sebastian Wanke sieht die deutsche Wirtschaft dennoch nicht im Schlick des Niedrigwassers ausgerutscht.

Positiv stimmen die Auftragsbücher: Sie sind so voll wie nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2015. Zudem profitiert die Industrie von steigenden Rüstungsausgaben, der Digitalisierung und dem Trend zur Künstlichen Intelligenz. Nach Einschätzung von Wanke erfasst der Boom bei KI und Rechenzentren inzwischen auch Deutschland.

Außenhandel stabilisiert sich

Auch beim Außenhandel gibt es Anzeichen der Besserung. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) hebt seine Exportprognose für dieses Jahr auf plus 1,0 Prozent an – im Januar war noch ein Plus von 0,6 Prozent erwartet worden. Bei den Importen rechnet der Verband mit einem Zuwachs von drei Prozent.

BGA-Präsident Dirk Jandura mahnt jedoch zur Vorsicht: "Der deutsche Außenhandel stabilisiert sich, aber von einer Trendwende sind wir noch weit entfernt." Rückgänge bei den Exporten in die USA und nach China sowie die Krise in der Golfregion bleiben Risiken für die exportabhängige deutsche Wirtschaft.

Für Anleger ist die Zahl ein Signal, aber kein Freifahrtschein. Die Chance auf ein viertes Wachstumsquartal in Folge ist intakt, doch die schwachen Auftragseingänge und die anhaltenden Lieferprobleme auf dem Rhein mahnen zur Vorsicht. Wer auf die deutsche Industrie setzt, sollte die weitere Entwicklung bei Auftragseingängen und Energiepreisen genau beobachten.

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