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Oman will Ölspeicher ausbauen und Straße von Hormus umgehen

Omans Energiekonzern OQ SAOC prüft Supertanker für schwimmende Lagerung in Duqm und will die Onshore-Kapazität auf 10 Millionen Barrel erhöhen.

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Oman will Ölspeicher ausbauen und Straße von Hormus umgehen

Oman plant, seine Öllagerkapazität in einem Hafen außerhalb der Straße von Hormus mehr als zu verdoppeln. Damit will das Sultanat seine strategische Position ausnutzen, während Energieproduzenten der Region nach Auswegen aus der stark umkämpften Wasserstraße suchen. Das staatliche Energieunternehmen OQ SAOC prüft nach Angaben von Chief Executive Officer Ashraf Al Mamaris den Erwerb zweier Supertanker, die für schwimmende Lagerung im Hafen von Duqm verpachtet werden sollen. Al Mamaris äußerte sich in einem Interview.

Zusätzlich ist geplant, die Onshore-Kapazität für Rohöltanker innerhalb von drei Jahren auf 10 Millionen Barrel zu erhöhen. Derzeit liegt diese Kapazität bei etwa 5 Millionen Barrel. Mit den beiden Maßnahmen – schwimmende Lagerung auf See und Erweiterung an Land – will Oman deutlich mehr Rohöl zwischenlagern können als bisher.

Hintergrund ist die angespannte Lage in der Straße von Hormus. Das Sultanat Oman grenzt unmittelbar an den südlichen Teil dieser Meerenge. Weil die Route zunehmend unsicher ist, suchen Produzenten der Golfregion nach Alternativen für ihre Exporte. Oman setzt dabei auf den Hafen von Duqm, der außerhalb der Meerenge liegt und damit nicht von einer möglichen Blockade betroffen wäre.

Die Details

Verantwortlich für das Vorhaben ist das staatliche Energieunternehmen OQ SAOC. Dessen Chief Executive Officer Ashraf Al Mamaris erklärte in einem Interview, dass der Konzern den Erwerb zweier Supertanker prüfe. Diese Schiffe sollen nicht für den Transport, sondern für schwimmende Lagerung eingesetzt und zu diesem Zweck verpachtet werden. Als Standort ist der Hafen von Duqm vorgesehen.

Parallel dazu soll die Onshore-Kapazität für Rohöltanker ausgebaut werden. Innerhalb von drei Jahren soll sie auf 10 Millionen Barrel steigen, aktuell liegt sie bei etwa 5 Millionen Barrel. Damit würde sich die Landkapazität verdoppeln. Zusammen mit der geplanten schwimmenden Lagerung auf See will Oman seine Speicherfähigkeit insgesamt mehr als verdoppeln.

Der Hafen von Duqm liegt außerhalb der Straße von Hormus. Für Oman ist das ein entscheidender strategischer Vorteil. Während der Schiffsverkehr durch die Meerenge stark beeinträchtigt ist, bleibt ein Hafen außerhalb dieser Route erreichbar. Oman kann damit als Umschlag- und Lagerplatz für Rohöl dienen, das die Golfregion nicht mehr auf dem üblichen Weg exportieren kann.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 13.07.2026 berichtete aktien.news, dass der Krieg gegen den Iran und die drohende Schließung der Straße von Hormus das Sultanat Oman ins Zentrum der globalen Geopolitik katapultiert haben. Oman grenzt unmittelbar an den südlichen Teil dieser strategisch bedeutsamen Meerenge. Die Straße von Hormus gilt dem Bericht zufolge als das bedeutendste Nadelöhr im globalen Energiehandel überhaupt.

Am 27.08.2026 meldete aktien.news, dass die Lage in der Straße von Hormus sechs Monate nach Beginn des Iran-Krieges hochgradig volatil bleibt. Ein Angriff auf einen Öltanker, bei dem ein unbekanntes Projektil das Schiff in Brand setzte, unterstrich die prekäre Situation. Die Besatzung blieb unverletzt. Der Vorfall verschärfte die faktische Blockade, die seit Beginn der gemeinsamen Militäroperationen der USA und Israels gegen den Iran besteht. Vor dem Konflikt passierte etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgashandels diesen Kanal.

Schon am 30.06.2026 hatte aktien.news berichtet, dass sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Omans Sultan Haitham bin Tariq nach einem Treffen in Paris gemeinsam für eine uneingeschränkte Durchfahrt durch die Straße von Hormus ausgesprochen hatten. Am 11.03.2026 berichtete aktien.news zudem, dass Saudi Aramco auf die Krise mit einer neuen Exportstrategie reagierte und asiatische Käufer aufforderte, Nominierungspläne sowohl für den Golf-Terminal Ras Tanura als auch für den Roten-Meer-Hafen Yanbu einzureichen. Saudi-Arabien exportierte vor Ausbruch des Konflikts rund 6 Millionen Barrel pro Tag (bpd) durch diese strategisch entscheidende Wasserstraße.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Signal zur Lage der globalen Energielogistik. Wenn ein wichtiger Ölproduzent der Region seine Lagerkapazität außerhalb der Straße von Hormus ausbaut, zeigt das, wie ernst die Risiken für den Seeweg eingeschätzt werden. Lagerkapazität ist in Krisenzeiten ein knappes Gut: Wer Rohöl zwischenlagern kann, ist weniger abhängig von einer einzelnen Route.

Der Ausbau in Duqm ist Teil einer breiteren Entwicklung. Bereits Saudi Aramco hatte mit der zweigleisigen Käuferstrategie über Ras Tanura und Yanbu auf die Krise reagiert. Solche Ausweichrouten können die Transportkosten erhöhen und die Lieferketten verändern. Anleger sollten die Entwicklung der Straße von Hormus daher weiter beobachten, weil sie die Ölpreise und die Energiemärkte beeinflusst.

Wichtig ist die Einordnung: Die Meldung enthält keine Angaben zu Kosten, zu Zeitplänen über die drei Jahre hinaus oder zu konkreten Auswirkungen auf den Ölpreis. Es handelt sich um einen Plan des staatlichen Unternehmens OQ SAOC, nicht um eine abgeschlossene Investition. Dies ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Ausblick

Oman will die Onshore-Kapazität für Rohöltanker innerhalb von drei Jahren auf 10 Millionen Barrel erhöhen. Ob und wann der Erwerb der beiden Supertanker zustande kommt, ist offen – OQ SAOC prüft ihn derzeit. Klar ist: Solange die Straße von Hormus beeinträchtigt bleibt, dürften Ausweichlösungen wie der Hafen von Duqm für die Golfregion weiter an Bedeutung gewinnen.

Kurz erklärt

  • Straße von Hormus: eine schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, die als eines der wichtigsten Nadelöhre des globalen Energiehandels gilt.
  • Supertanker: ein besonders großes Tankschiff, das sehr große Mengen Rohöl befördern oder lagern kann.
  • Schwimmende Lagerung: das Zwischenlagern von Rohöl auf Schiffen statt in Tanks an Land.
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