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Öllieferungen durch Straße von Hormus erholen sich nur langsam

Die Energielieferungen durch die Meerenge steigen seit Ende Juli, bleiben aber deutlich unter dem Vorkriegsniveau.

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Öllieferungen durch Straße von Hormus erholen sich nur langsam

Die Öllieferungen durch die Straße von Hormus nehmen wieder zu, doch von einer Normalisierung kann keine Rede sein. Nach Daten des Analysehauses Vortexa erreichen die Energielieferungen durch die umkämpfte Meerenge inzwischen 65 bis 70 Prozent des Vorkriegsniveaus. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die Vortexa-Daten, nachdem zuvor das Wall Street Journal über die Entwicklung berichtet hatte.

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schlagadern des globalen Ölhandels. Als der Iran die Meerenge Ende Februar durch Beschuss und Drohungen sperrte, brach ein erheblicher Teil der Lieferungen weg. Seit Ende Juli zeigen die Daten der Firma nun einen klaren Anstieg der Energielieferungen.

Rohöl hinkt dem Gesamtwert hinterher

Wichtig für die Einordnung: Die Angabe von 65 bis 70 Prozent bezieht sich auf alle Ölprodukte, also einschließlich Flüssiggas und Raffinerieprodukte. Bei Rohöl und Kondensaten sieht es etwas besser aus – hier liegt das Niveau bei rund 80 Prozent des Vorkriegswerts. Im Wochendurchschnitt passieren derzeit täglich 11,2 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge.

Ein wesentlicher Treiber des Anstiegs ist der Ausbau einer Shuttle-Flotte. Dabei wird Öl von Verladestationen zu wartenden Tankern außerhalb der Gefahrenzone gebracht. Die US-Marine schützt die pendelnden Tanker im Persischen Golf. Zusätzlich stützen zunehmende Lieferungen aus Saudi-Arabien die Exporte, nachdem eine Umlenkung infolge der Schließung der Ost-West-Pipeline nötig geworden war.

Trotz dieser Fortschritte bleiben die Exporte der zentralen Nahost-Produzenten unter dem Vorkriegsniveau. Daten des Konkurrenzanalysehauses Kpler zufolge lagen sie im September bei 12,8 Millionen Barrel täglich. Im Februar, also vor der Sperrung, waren es noch 18,8 Millionen Barrel pro Tag. Die Lücke zwischen beiden Werten verdeutlicht, wie weit der Markt noch von alten Verhältnissen entfernt ist.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist die Entwicklung vor allem ein Signal für die Angebotsseite des Ölmarktes. Solange die Lieferungen durch die Straße von Hormus nicht vollständig wiederhergestellt sind, bleibt ein Risikoaufschlag im Ölpreis bestehen. Anleger, die in Energieaktien oder Rohstoff-ETFs investiert sind, sollten die weiteren Vortexa- und Kpler-Daten aufmerksam verfolgen.

Entscheidend ist, ob sich der seit Ende Juli sichtbare Aufwärtstrend fortsetzt oder ins Stocken gerät. Die Shuttle-Flotte und der Schutz durch die US-Marine sind Übergangslösungen – sie ersetzen keine funktionierende, direkte Durchfahrt. Bleibt die Meerenge unsicher, dürften die Frachtkosten und Versicherungsprämien für Tanker erhöht bleiben, was sich indirekt auf die Margen der beteiligten Unternehmen auswirken kann.

Die Zahlen von Vortexa und Kpler zeigen zugleich, wie unterschiedlich die Erholung je nach Produktkategorie verläuft. Während Rohöl und Kondensate bereits 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erreichen, hinkt der Gesamtwert aller Ölprodukte mit 65 bis 70 Prozent hinterher. Diese Differenz deutet darauf hin, dass vor allem die weniger priorisierten Produktströme noch Nachholbedarf haben.

Für den breiteren Markt bleibt die zentrale Frage, wie schnell die zentralen Nahost-Produzenten ihre Exportmengen wieder steigern können. Der Vergleich zwischen 12,8 Millionen Barrel täglich im September und 18,8 Millionen Barrel im Februar macht deutlich, dass noch erhebliches Potenzial, aber auch erhebliches Risiko in der weiteren Entwicklung steckt.

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