Ölversorgung könnte im Juni an Belastungsgrenze stoßen
Laut J. P. Morgan drohen die globalen Ölvorräte bei anhaltender Schließung der Straße von Hormus bereits Anfang Juni zu erschöpfen.

Die globale Ölversorgung steht unter Druck. Sollte der Iran die Straße von Hormus infolge eines anhaltenden Krieges weiterhin gesperrt halten, könnten die weltweiten Ölvorräte laut Strategen von J. P. Morgan bereits Anfang Juni an ihre Belastungsgrenze stoßen. Das ist eine ernste Warnung für die Energiemärkte und Anleger weltweit.
Zu Jahresbeginn befanden sich die globalen Ölvorräte auf einem als „gesund" eingestuften Niveau. Dieses solide Ausgangsniveau hat bislang als entscheidender Puffer gedient, um den Ausfall von Ölexporten abzufedern. Doch die Reserven sind endlich – und die Zeit läuft ab.
Straße von Hormus: Schlüsselroute der Weltenergieversorgung
Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil der globalen Ölexporte, insbesondere aus den Golfstaaten. Eine kriegsbedingte Schließung durch den Iran hätte daher unmittelbare und weitreichende Folgen für die internationale Energieversorgung.
Laut J. P. Morgan beläuft sich der geschätzte Ausfall durch die Sperrung der Straße auf rund 13 Millionen Barrel pro Tag. Diese enorme Menge an fehlendem Öl muss durch bestehende Lagerbestände kompensiert werden – ein Prozess, der die Vorräte rapide schrumpfen lässt.
Puffer läuft aus – Märkte unter Beobachtung
Die Strategen von J. P. Morgan betonen, dass der bisherige Vorratspuffer zwar eine entscheidende Rolle bei der Deckung der weltweiten Ölnachfrage gespielt hat. Doch dieser Puffer ist nicht unbegrenzt belastbar. Sollte die Situation bis in den Juni andauern, könnte der Spielraum vollständig aufgebraucht sein.
Für deutsche Anleger und Energieverbraucher ist diese Entwicklung besonders relevant. Deutschland ist als exportorientierte Industrienation stark von stabilen Energiepreisen abhängig. Steigende Ölpreise infolge von Versorgungsengpässen würden die Produktionskosten erhöhen und könnten die Inflation erneut anheizen.
Die Warnung von J. P. Morgan unterstreicht, wie fragil die globale Energieversorgung in geopolitischen Krisenzeiten ist. Anleger in Energiewerten, aber auch in energieintensiven Branchen wie der Chemie- oder Automobilindustrie, sollten die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus und die Ölvorräte genau im Blick behalten. Die kommenden Wochen dürften entscheidend dafür sein, ob sich die Lage entspannt oder weiter verschärft.
