Ölpreise steigen nach Eskalation im Nahen Osten
Brent-Rohöl über 91 Dollar nach US-Angriff auf iranische Raketenwerfer

Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn deutlich gestiegen. Brent-Rohöl kletterte auf über 91 US-Dollar pro Barrel, während auch die WTI-Futures zulegten. Auslöser ist eine erneute Verschärfung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran.
Ein militärischer Schlag der USA gegen iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak setzte die Eskalationsspirale in Gang. Der Iran reagierte mit ballistischen Raketen auf jordanische Luftwaffenstützpunkte. Diese Entwicklungen schüren erneut Sorgen vor Versorgungsunterbrechungen in der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Erdöl.
Geopolitische Risikoprämie dominiert den Markt
Berichten von Axios zufolge erwägt die US-Regierung unter Präsident Trump eine sogenannte „Mow the Lawn“-Strategie. Dabei sollen durch periodische, begrenzte Luftschläge verhindert werden, dass der Iran seine Radar- und Raketenkapazitäten in der Region wieder aufbaut. Verteidigungsminister Pete Hegseth unterstützt diesen Ansatz.
Experten wie Ian Ralby betonen jedoch, dass es sich dabei eher um den Versuch handele, eine diplomatische Sackgasse zu durchbrechen, als um eine vollständige Eskalation gegen die iranische Energieinfrastruktur. Parallel dazu verschärft Washington den wirtschaftlichen Druck: Finanzminister Scott Bessent kündigte wöchentliche Sanktionen gegen Banken an, um den Iran vom US-Dollar-System zu isolieren.
Versorgungslage bleibt angespannt
Die US-Strategische Erdölreserve (SPR) ist auf den niedrigsten Stand seit 1982 gefallen. Präsident Trump kündigte an, die Reserven durch ein neues Abkommen mit Venezuela wieder aufzufüllen. Unklar bleibt, wie schnell diese Lieferungen den Markt erreichen können.
Zusätzlichen Druck auf die Kraftstoffmärkte erzeugt Russland: Das Land verlängerte sein Exportverbot für Diesel bis Ende September. Trotz der Bemühungen der OPEC+, die Produktion leicht zu steigern, bleibt die geopolitische Risikoprämie der dominierende Faktor an den Ölmärkten.
Trump forciert Pharma-Preisabkommen
Unabhängig von der Energiepolitik meldete die Regierung Trump Fortschritte bei ihrer Gesundheitsagenda. Der Präsident gab neue Preisabkommen mit neun mittelgroßen Pharmaunternehmen bekannt, darunter Teva und UCB. Diese Firmen verpflichten sich zu niedrigeren Preisen für Medicaid-Programme, die sich an internationalen Vergleichswerten orientieren.
Zudem sind Investitionen von 19,6 Milliarden US-Dollar in die US-Produktion vorgesehen. Vorprodukte sollen für die nationale Reserve bereitgestellt werden, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu verringern. Die Regierung wertet diese Deals als Erfolg für die Erschwinglichkeit von Medikamenten.
Der Branchenverband PhRMA übt hingegen Kritik. Die „Most-Favored-Nation“-Preispolitik sei nicht der effizienteste Weg zur Kostensenkung, so der Verband. Stattdessen verweist PhRMA auf die Rolle der Pharmacy Benefit Manager bei der Preisgestaltung von Medikamenten.
