Ölpreise steigen deutlich nach Huthi-Angriffen auf Saudi-Aramco-Anlagen
Brent-Futures legen um 0,79 Prozent auf 103,06 Dollar zu, nachdem Huthi-Rebellen Standorte von Saudi Aramco in Riad und Khurais beschossen.

Die Ölpreise sind am Montag gestiegen, nachdem die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen ballistische Raketen und Drohnen auf Standorte des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Riad und im Gebiet Khurais abgeschossen hatten. Die Angriffe schürten Sorgen um die Produktion des größten Exporteurs der Region und trieben die Notierungen an den Rohstoffmärkten nach oben. Die Angaben stammen aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters mit Datum vom 5. Oktober aus Singapur.
Die Brent-Rohöl-Futures kletterten bis 22:02 Uhr GMT um 81 Cent beziehungsweise 0,79 Prozent auf 103,06 US-Dollar pro Barrel. Das US-amerikanische West Texas Intermediate (WTI) notierte bei 91,57 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von 46 Cent oder 0,50 Prozent. Beide Referenzsorten legten damit im Rahmen der Attacken zu, wobei Brent als weltweite Leitnotierung stärker anzog als das US-Pendant.
Damit bestätigt sich erneut, wie empfindlich der Ölmarkt auf geopolitische Spannungen in der Golfregion reagiert. Bereits kleinere Störungen der Lieferkette oder die bloße Möglichkeit von Produktionsausfällen genügen, um Aufschläge auf den Rohölpreis zu rechtfertigen. Der Markt beobachtet in solchen Situationen vor allem, ob Förder- und Exportanlagen betroffen sind und wie schnell die betroffenen Kapazitäten wieder zur Verfügung stehen.
Huthi-Angriffe und die Bedeutung für den Ölmarkt
Bei den Huthi handelt es sich um Rebellen im Jemen, die nach Angaben aus dem Bericht von Iran unterstützt werden. Sie setzten nach Darstellung des Berichts ballistische Raketen und Drohnen gegen Ziele in Saudi-Arabien ein. Zu den angegriffenen Standorten zählten demnach Einrichtungen von Saudi Aramco in der Hauptstadt Riad sowie im Gebiet Khurais.
Saudi-Arabien zählt zu den größten Rohölexporteuren der Region, entsprechend sensibel reagieren Marktteilnehmer auf Bedrohungen seiner Infrastruktur. Kommt es zu Schäden an Förder- oder Verarbeitungsanlagen, kann dies das globale Angebot unmittelbar verknappen. Schon die Erwartung solcher Ausfälle fließt in die Preisfindung ein und erklärt, warum die Notierungen bereits am Tag der Angriffe anzogen.
Für Privatanleger in Deutschland sind die Ölpreise ein wichtiger Indikator, weil sie über Heiz- und Kraftstoffkosten sowie über die allgemeine Teuerung auf die Kaufkraft wirken. Steigende Energiepreise können zudem die Inflation anheizen und damit die Zinspolitik der Notenbanken beeinflussen. Anleger verfolgen daher sowohl die Entwicklung von Brent und WTI als auch die Nachrichtenlage in der Golfregion aufmerksam.
Zu den zentralen Kennzahlen des Tages gehören:
- Brent-Rohöl: plus 0,79 Prozent auf 103,06 US-Dollar pro Barrel
- US-West Texas Intermediate: plus 0,50 Prozent auf 91,57 US-Dollar pro Barrel
- Angriffsziele: Saudi-Aramco-Standorte in Riad und im Gebiet Khurais
- Ursache: ballistische Raketen und Drohnen der Huthi-Rebellen
Wie sich die Preise im weiteren Verlauf entwickeln, hängt maßgeblich davon ab, ob es zu nachhaltigen Schäden an der saudischen Produktionsinfrastruktur kommt und wie der Markt künftige Angriffe bewertet. Solange die Spannungen anhalten, dürfte eine gewisse Risikoprämie im Ölpreis erhalten bleiben. Für deutsche Anleger bleibt die Lage an den Energiemärkten damit ein Faktor, der die Gesamtstimmung an den Börsen mitprägen kann.
