Ölpreise stabil nach Einbruch – US-Iran-Gespräche dämpfen Versorgungssorgen
Rohölmärkte erholen sich leicht, nachdem Fortschritte bei Atomverhandlungen die Risikoprämien reduzierten.

Die internationalen Ölpreise zeigten sich am Mittwoch im asiatischen Handel weitgehend stabil, nachdem sie am Vortag deutliche Verluste verzeichnet hatten. Brent-Öl notierte bei 67,51 US-Dollar pro Barrel (+0,1%), während die US-Sorte WTI bei 62,40 Dollar (+0,1%) lag. Am Dienstag waren die Preise noch um bis zu 2% eingebrochen.
Auslöser für die jüngste Kursschwäche waren Berichte über Fortschritte bei den Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die beiden Länder haben sich laut Medienberichten auf grundlegende "Leitprinzipien" verständigt. Dies schürt Hoffnungen auf ein Abkommen, das mittelfristig zusätzliches iranisches Rohöl auf die Weltmärkte bringen könnte.
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi dämpfte allerdings zu hohe Erwartungen. Eine Einigung bedeute nicht, dass ein Abkommen unmittelbar bevorstehe, betonte er. Die Märkte beobachten die Entwicklung dennoch aufmerksam, da der Iran nicht nur ein bedeutender Ölproduzent ist, sondern auch die strategisch wichtige Straße von Hormus kontrolliert.
Straße von Hormus im Fokus
Durch diese enge Wasserstraße werden täglich etwa 20% des weltweiten Ölverbrauchs transportiert. Jede Eskalation in der Region könnte die globalen Energiemärkte erheblich beeinträchtigen. Ein Abkommen zwischen Washington und Teheran würde die geopolitischen Risiken in dieser Schlüsselregion deutlich reduzieren.
Die Handelsaktivität in Asien blieb unterdessen gedämpft. Mehrere wichtige Märkte waren wegen des chinesischen Neujahrsfestes geschlossen, was zu dünnen Volumina führte. Investoren warten zudem auf wichtige US-Lagerdaten, die im Wochenverlauf veröffentlicht werden.
US-Daten im Blick
Das American Petroleum Institute (API) wird am Mittwoch seine wöchentlichen Schätzungen vorlegen, gefolgt von den offiziellen Zahlen der Energy Information Administration am Donnerstag. Diese Berichte geben Aufschluss über die Angebotssituation auf dem weltweit wichtigsten Ölmarkt.
Zusätzlich richten sich die Blicke auf geldpolitische Signale aus den USA. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung sowie der PCE-Inflationsbericht am Freitag könnten Hinweise auf die künftige Zinsentwicklung liefern. Dies ist relevant für die Nachfrageaussichten, da höhere Zinsen typischerweise das Wirtschaftswachstum und damit den Energieverbrauch bremsen.
