Ölpreise fallen nach Fortschritten in Iran-USA-Atomgesprächen
Brent-Öl verliert 1,79 Prozent, nachdem iranischer Außenminister Einigung über Leitprinzipien verkündet

Die Ölpreise sind am Dienstag deutlich gefallen, nachdem der iranische Außenminister Abbas Araghchi Fortschritte bei den Atomverhandlungen mit den USA verkündet hatte. US-Rohöl der Sorte WTI verbilligte sich um 56 Cent oder 0,89 Prozent auf 62,33 Dollar je Barrel. Die internationale Referenzsorte Brent verlor sogar 1,23 Dollar oder 1,79 Prozent und schloss bei 67,42 Dollar.
Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten belastete die Notierungen. Iran und USA erzielten bei Gesprächen in Genf eine "allgemeine Einigung" über Leitprinzipien, wie Außenminister Araghchi laut der halboffiziellen Nachrichtenagentur Tansim mitteilte. Er bezeichnete die Gespräche als ernsthaft und konstruktiv.
Trotz der diplomatischen Annäherung bleiben die Spannungen hoch. US-Präsident Donald Trump hatte mit militärischen Angriffen auf den Iran gedroht, sollte kein Abkommen über das iranische Atomprogramm zustande kommen. Die Islamische Republik demonstrierte ihrerseits am Dienstag ihre militärische Stärke.
Militärmanöver in strategischer Meerenge
Der Iran führte Militärübungen in der Straße von Hormus durch, einem für die weltweite Ölversorgung kritischen Nadelöhr. Die iranischen Revolutionsgarden stellten den Schiffsverkehr durch die Meerenge für mehrere Stunden ein, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus für den globalen Ölmarkt ist enorm. Laut Daten des Beratungsunternehmens Kpler passieren etwa ein Drittel aller auf dem Seeweg transportierten Rohölexporte diese Meerenge. Konteradmiral Alireza Tangsiri von den Revolutionsgarden betonte, man sei bereit, die Straße auf Befehl zu schließen.
Die Ölmärkte reagieren sensibel auf jede Entwicklung in der Region. Eine mögliche Schließung der Straße von Hormus würde die weltweite Energieversorgung massiv beeinträchtigen und die Preise in die Höhe treiben. Die aktuellen Fortschritte in den Atomgesprächen dämpfen hingegen die Risikoprämie im Ölpreis.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen könnten die sinkenden Ölpreise mittelfristig Entlastung bei den Energiekosten bedeuten. Allerdings bleibt die Situation volatil, solange die grundlegenden Konflikte zwischen Iran und den USA nicht gelöst sind.
