ANZEIGE

Ölpreise springen 5% nach Scheitern des Iran-Friedensabkommens

Trump nennt Irans Gegenvorschlag „völlig inakzeptabel" – Brent klettert auf 105,55 Dollar, WTI auf 100 Dollar pro Barrel.

3 Min
Ölpreise springen 5% nach Scheitern des Iran-Friedensabkommens

Die Ölpreise haben am Montag im asiatischen Handel einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Auslöser war die Aussage von US-Präsident Donald Trump, der die iranische Antwort auf einen amerikanischen Friedensvorschlag als „völlig inakzeptabel" bezeichnete. Die geopolitischen Risiken rund um den Persischen Golf bleiben damit weiterhin hoch.

Um 01:37 Uhr ET (5:37 Uhr GMT) stiegen die Terminkontrakte der Nordseesorte Brent um 4,2% auf 105,55 US-Dollar pro Barrel. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) legte sogar um 4,8% auf die psychologisch wichtige Marke von 100,00 US-Dollar pro Barrel zu. Beide Kontrakte hatten in der Vorwoche noch mehr als 6% verloren, da Hoffnungen auf eine diplomatische Einigung zwischen Washington und Teheran die Märkte beflügelt hatten.

Gescheiterter Friedensrahmen befeuert Risikoprämie

Der ursprüngliche US-Vorschlag sah Berichten zufolge einen 20-jährigen Stopp der Urananreicherung im Iran vor. Hinzu kamen der Abtransport der Bestände an hochangereichertem Uran sowie der Rückbau wichtiger Atomanlagen – im Gegenzug für Sanktionserleichterungen und ein Ende militärischer Maßnahmen. Teheran lehnte diesen Rahmen jedoch ab und übermittelte über pakistanische Vermittler einen eigenen Gegenvorschlag.

Die iranische Antwort forderte Berichten zufolge die vollständige Aufhebung der Sanktionen, ein Ende der US-Präsenz in der Straße von Hormus sowie Sicherheitsgarantien und die Anerkennung des Rechts des Irans auf Fortführung bestimmter nuklearer Aktivitäten. Das Wall Street Journal berichtete zudem, dass der Iran angeboten habe, einen Teil seines hochangereicherten Urans zu verdünnen und den Rest in ein Drittland zu transferieren. Trump wies diesen Gegenvorschlag am Sonntag jedoch klar zurück.

Die Analysten der niederländischen Großbank ING kommentierten die Marktreaktion in einer Mitteilung: „Man würde erwarten, dass der Markt angesichts der Flut an Schlagzeilen und des Hin und Her zunehmend ermüdet. Dennoch reagieren die Ölpreise weiterhin höchst sensibel auf Nachrichten rund um den Iran, was die Bedeutung der anhaltenden Versorgungsunterbrechungen im Persischen Golf unterstreicht."

Straße von Hormus bleibt kritischer Engpass

Im Mittelpunkt der Anlegersorgen steht die Straße von Hormus, die seit Beginn des Konflikts weitgehend geschlossen ist. Durch diese strategisch bedeutende Meerenge fließt ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports – eine anhaltende Blockade trifft die globalen Energiemärkte empfindlich.

Ein möglicher Lichtblick zeichnet sich auf diplomatischer Ebene ab: Peking bestätigte am Montag, dass US-Präsident Trump China zwischen dem 13. und 15. Mai besuchen und Gespräche mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping führen wird. Der Gipfel soll sich voraussichtlich auf die Themen Handel, Taiwan und den Iran-Konflikt konzentrieren. China gilt aufgrund seiner engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Teheran als wichtiger diplomatischer Akteur in diesem Konflikt.

Die ING-Analysten sprachen in diesem Zusammenhang von einem „Funken Hoffnung". „Die Hoffnung ist, dass China seinen Einfluss auf den Iran nutzen kann, um das Land näher an ein Friedensabkommen heranzuführen", so die Experten. Ob Peking tatsächlich als Vermittler erfolgreich sein kann, bleibt jedoch abzuwarten.

Chinas Ölimporte auf Mehrjahrestief

Unterdessen lieferten die jüngsten Handelsdaten aus China ein weiteres besorgniserregendes Signal für den Ölmarkt. Die Rohölimporte der Volksrepublik fielen im April im Jahresvergleich um 20% auf den niedrigsten Stand seit Juli 2022. Dies deutet auf eine schwächelnde Nachfrage aus dem weltgrößten Rohölimporteur hin – ein Faktor, der den Preisanstieg mittelfristig begrenzen könnte.

Die Kombination aus eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und einer schwächeren Nachfrage aus China stellt den Ölmarkt vor ein komplexes Spannungsfeld. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet ein Ölpreis über der 100-Dollar-Marke beim WTI erhöhten Druck auf Energiekosten und Kraftstoffpreise.

ÖlpreisIran FriedensabkommenBrent RohölWti ÖlpreisStraße Von HormusTrump IranGeopolitik Ölmarkt

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer