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Nvidia vermarktet Vera-CPU aktiv bei chinesischen KI-Kunden

Nvidia bietet chinesischen Rechenzentren seinen neuen Vera-Prozessor an – mit möglicher Verfügbarkeit bereits ab August.

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Nvidia vermarktet Vera-CPU aktiv bei chinesischen KI-Kunden

Nvidia hat chinesischen Kunden mitgeteilt, dass seine neuen „Vera"-Zentralprozessoren für KI-Rechenzentren bereits ab August verfügbar sein könnten. Bestellungen können laut drei mit der Angelegenheit vertrauten Quellen bereits jetzt aufgegeben werden. Der Schritt zeigt, wie schnell der wertvollste Konzern der Welt auf das neue Produkt umschwenkt, um seine rapide schwindenden Erfolgsaussichten in China zu beleben.

Hintergrund ist der stockende Absatz von Nvidias KI-Chips im Reich der Mitte. Die Auslieferungen des H200 – Nvidias zweitstärkstem KI-Chip – nach China stocken seit Monaten. CEO Jensen Huang erklärte im Oktober, Nvidias Marktanteil in China sei faktisch auf Null gefallen. Ursache sind US-Exportkontrollen für fortschrittliche Chips sowie Pekings Bestreben nach technologischer Eigenständigkeit.

Vera: Nvidias erster eigenständiger Prozessor für KI-Agenten

Der Vera-Chip ist Nvidias erste eigenständige Zentraleinheit (CPU) und wurde speziell für sogenannte „Agentic AI" entwickelt – also KI-Systeme, die Aufgaben autonom ausführen. Der Chip befindet sich bereits in der Serienproduktion und ist für die Hintergrundrechenprozesse konzipiert, auf die KI-Agenten angewiesen sind. Laut Nvidia arbeitet er bis zu 1,8-mal schneller als vergleichbare Prozessoren der Konkurrenz.

Bei der Vorstellung von Vera im März zeigte sich Jensen Huang überzeugt, dass dies das nächste Multimilliarden-Dollar-Geschäft des Unternehmens werden würde. Nvidia erklärte damals zudem, dass führende Cloud-Unternehmen wie Alibaba und ByteDance mit dem Konzern zusammenarbeiteten, um Vera einzusetzen. Ob der eigentliche Bestellprozess bereits begonnen hatte, ließ Nvidia damals offen. Nvidia lehnte gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab; Alibaba und ByteDance reagierten nicht auf Kommentaranfragen.

Ein großes chinesisches Cloud-Unternehmen plant laut einer der Quellen, eine Bestellung über mehr als 300 Server aufzugeben, die jeweils zwei Vera-CPUs enthalten. Das Unternehmen wolle die Systeme zunächst zu Testzwecken einsetzen und basierend auf den Ergebnissen über offizielle Bestellungen entscheiden. Chinesische Kunden planen zudem, Vera-Chips zunächst nur in ihren Übersee-Rechenzentren zu Testzwecken einzusetzen.

Preise und Marktpotenzial

Ein einzelner Vera-Prozessor wird laut dem Marktforschungsunternehmen SemiAnalysis „deutlich mehr" als 20.000 US-Dollar kosten. Ein vollständig konfiguriertes Rack mit 256 Chips würde sich auf rund 10 Millionen US-Dollar belaufen, abhängig von der Konfiguration der Speicherchips. Nvidia erwartet bis zum Ende seines Geschäftsjahres Ende Januar einen Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von Vera-Chips.

Ob sich das anfängliche Interesse chinesischer Kunden in einer großflächigen Einführung niederschlägt, bleibt jedoch abzuwarten. Eine Quelle verwies auf Probleme mit Software-Ökosystemen und Kompatibilität sowie auf Einschränkungen bei der Migration von Arbeitslasten, die auf inländischen KI-Chips basieren.

Wettbewerb mit Intel und AMD verschärft sich

Mit Vera tritt Nvidia in direkten Wettbewerb mit Intel und AMD, die den Prozessormarkt mit der x86-Architektur lange Zeit dominiert haben. Vera basiert auf der Arm-Technologie. Das chinesische Interesse an Vera fällt in eine Zeit, in der sich das globale KI-Rennen vom Modelltraining zum Inferenz-Computing verlagert – dem Prozess der Beantwortung von Abfragen –, bei dem Grafikprozessoren einem stärkeren Wettbewerb durch CPUs und maßgeschneiderte Chips ausgesetzt sind.

Diese Verschiebung hat zu einer CPU-Knappheit geführt. Intel informierte chinesische Kunden über Lieferzeiten für Server-CPUs von bis zu sechs Monaten, wie Reuters im Februar berichtete. AMD wies im vergangenen Monat darauf hin, dass der globale CPU-Markt „angespannt" sei, wobei die Nachfrage die Prognosen übertreffe und mit anhaltenden Lieferengpässen zu rechnen sei.

Der Verkauf von CPUs in China könnte sich für Nvidia als weniger problematisch erweisen als der Verkauf von Grafikprozessoren (GPUs), die strengeren US-Exportkontrollen unterliegen. Washington hat zwar etwa zehn chinesischen Unternehmen den Kauf des H200 genehmigt, doch wurde bisher keine einzige Lieferung durchgeführt – chinesische Behörden verweigerten die Genehmigung, da sie einheimische Anbieter fördern wollen.

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