Nvidia verlagert TSMC-Produktion weg von China-Chips
Exportkontrollen bremsen Nvidias China-Geschäft – der Chipriese schichtet TSMC-Kapazitäten auf nächste Chip-Generation um.

Nvidia hat den weltgrößten Auftragsfertiger TSMC angewiesen, die Produktion von H200-Chips für den chinesischen Markt zu stoppen. Stattdessen sollen die freigewordenen Fertigungskapazitäten für die nächste Chip-Generation namens Vera Rubin genutzt werden. Das berichtete die Financial Times am Donnerstag unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Der Schritt signalisiert, dass Nvidia in China keine nennenswerten Umsätze mehr mit dem H200 erwartet. Hintergrund sind die verschärften US-Exportkontrollen, die den Verkauf hochleistungsfähiger KI-Chips in die Volksrepublik stark einschränken. Der H200 ist derzeit der leistungsstärkste KI-Prozessor, den Nvidia unter den geltenden Ausfuhrbeschränkungen überhaupt in China anbieten darf.
Die Verkaufszahlen gerieten zuletzt deutlich ins Stocken. US-Gesetzgeber drängten auf noch strengere Beschränkungen für den Einsatz von H200-Chips in China. Gleichzeitig wächst in der Volksrepublik der politische Widerstand gegen Nvidia-Produkte, da Peking auf vollständige technologische Unabhängigkeit im KI-Sektor setzt.
Trumps Signale blieben ohne Wirkung
US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember angedeutet, Nvidia den H200-Verkauf nach China zu erlauben. Trotz dieser Signale blieb eine Entspannung der Lage aus. Die regulatorische Unsicherheit auf beiden Seiten des Pazifiks macht eine verlässliche Planung für Nvidia nahezu unmöglich.
Für Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt ist die Neuausrichtung der Produktion ein strategisch bedeutsamer Schritt. Mit der Verlagerung auf die Vera-Rubin-Plattform investiert der Konzern gezielt in die nächste Chip-Generation, die vor allem für westliche Märkte und den globalen KI-Boom konzipiert ist. Anleger dürften die Entwicklung als klares Signal werten, dass das China-Geschäft bei Nvidia mittelfristig an Bedeutung verliert.
