Alibaba gründet KI-Taskforce nach Abgang des Qwen-Chefs
Nach dem Rücktritt des dritten hochrangigen Qwen-Managers in diesem Jahr reagiert Alibaba mit einer konzernweiten KI-Initiative.

Alibaba hat eine neue Taskforce zur Förderung seiner Künstlichen-Intelligenz-Entwicklung ins Leben gerufen. Der Schritt folgt auf den Rücktritt von Lin, dem Chef des hauseigenen KI-Modells Qwen, der seinen Abgang einen Tag zuvor auf der Plattform X bekanntgegeben hatte. Lin ist damit bereits die dritte hochrangige Führungskraft aus dem Qwen-Team, die das Unternehmen im laufenden Jahr verlässt.
Die neue Taskforce wird von drei Führungskräften auf höchster Ebene koordiniert: Eddie Wu, CEO der Alibaba Group, Wu Zeming, Chief Technology Officer der Gruppe, sowie Zhou Jingren, CTO von Alibaba Cloud. Dies geht aus einem Brief hervor, den das Unternehmen an seine Belegschaft verschickte. Die drei Manager sollen konzernweite Ressourcen für die Initiative bündeln und mobilisieren.
Kontinuität im Forschungsbetrieb gesichert
Trotz der personellen Umbrüche soll der laufende Betrieb der KI-Forschung nicht ins Stocken geraten. Zhou Jingren wird laut dem Mitarbeiterbrief weiterhin das Tongyi Laboratory leiten, die zentrale KI-Forschungsabteilung von Alibaba, und die bestehenden Projekte beaufsichtigen. Das Labor ist maßgeblich an der Entwicklung der Qwen-Modellreihe beteiligt, die zu den bedeutendsten Open-Source-KI-Modellen aus China zählt.
In dem Schreiben bekräftigte Alibaba zugleich sein Engagement für den KI-Bereich und kündigte an, zusätzliche Ressourcen in die Entwicklungsbestrebungen zu investieren. Der chinesische Technologiekonzern steht im globalen KI-Wettbewerb unter erheblichem Druck, insbesondere seit der Aufstieg des chinesischen Konkurrenten DeepSeek die Branche aufgemischt hat. Alibaba gilt mit seinen Qwen-Modellen als einer der wichtigsten KI-Akteure in Asien.
Für Investoren und Beobachter des chinesischen Technologiesektors signalisiert die Gründung der Taskforce, dass Alibaba die personellen Abgänge nicht als Rückschlag, sondern als Anlass für eine strukturelle Neuaufstellung im KI-Bereich wertet.
