Nvidia verlagert TSMC-Kapazitäten wegen US-Exportkontrollen für China
Der Chipriese stoppt H200-Produktion für China und setzt auf nächste Generation.

Nvidia hat die Produktion von Chips für den chinesischen Markt bei seinem Auftragsfertiger TSMC eingestellt. Hintergrund sind US-amerikanische Exportbeschränkungen, die den Verkauf leistungsstarker KI-Chips nach China massiv einschränken. Das berichtete die Financial Times am Donnerstag unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Konkret hat Nvidia bei der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) Fertigungskapazitäten umverteilt. Statt der H200-Chips, die für den chinesischen Markt vorgesehen waren, soll TSMC nun verstärkt die Vera-Rubin-Hardware der nächsten Generation produzieren. Nvidia geht demnach davon aus, dass regulatorische Hürden sowohl in den USA als auch in China den Absatz im Reich der Mitte langfristig bremsen werden.
Exportkontrollen treffen Nvidia hart
China gilt als einer der bedeutendsten Wachstumsmärkte für KI-Chips und war lange ein wichtiger Umsatzträger für Nvidia. Die US-Regierung hatte unter dem früheren Präsidenten Biden schrittweise die Exportregeln verschärft, um zu verhindern, dass fortschrittliche Halbleitertechnologie in chinesische Militär- und KI-Projekte fließt. Nvidia hatte daraufhin bereits abgespeckte Chip-Versionen wie den H800 für China entwickelt, die jedoch ebenfalls unter Restriktionen fielen.
Die Umverteilung der TSMC-Kapazitäten zeigt, dass Nvidia die Situation in China nicht als vorübergehend betrachtet. Stattdessen richtet der Konzern seine Produktionsstrategie langfristig auf die nächste Chip-Generation aus. Reuters konnte den FT-Bericht bislang nicht unabhängig verifizieren.
Vera Rubin als Zukunftsstrategie
Die Vera-Rubin-Architektur gilt als Nvidias nächster großer Schritt in der KI-Chip-Entwicklung und soll die aktuelle Blackwell-Generation ablösen. Durch die Verlagerung der Produktionskapazitäten bei TSMC signalisiert Nvidia, dass es die freiwerdenden Ressourcen aus dem China-Geschäft direkt in die Zukunftstechnologie investiert. Für Anleger bedeutet dies, dass Nvidia trotz des Wegfalls des chinesischen Marktes weiter auf Wachstum durch Innovation setzt.
