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Nasdaq-Korrektur: Warren Buffetts drei Worte für nervöse Anleger

Der Nasdaq fällt um 5,5 Prozent in den Korrekturbereich – und Warren Buffett liefert dazu eine nüchterne Einordnung.

• 3 Min
Nasdaq-Korrektur: Warren Buffetts drei Worte für nervöse Anleger

Der Nasdaq Composite ist am Donnerstag um 5,5 Prozent eingebrochen und hat damit den Korrekturbereich erreicht. Als Korrektur gilt ein Rückgang von 10 Prozent oder mehr vom jüngsten Schlusshoch. Auslöser der Verkaufswelle waren Befürchtungen, dass Rechenzentren künftig strenger reguliert werden könnten. In Texas wurde mit Gina Hinojosa eine neue Gouverneurin gewählt, die ein vorübergehendes Moratorium für Rechenzentren versprochen hatte, bis neue Vorschriften sicherstellen, dass diese nicht übermäßig ressourcenintensiv betrieben werden.

Für Anleger, die in solchen Momenten nach Orientierung suchen, lohnt sich ein Blick auf die Worte von Warren Buffett. Der langjährige Berkshire-Hathaway-Chef hat sich in vergleichbaren Situationen stets gelassen gezeigt. Bereits im März, als der S&P 500 nach dem Beginn des US-Kriegs im Iran ebenfalls auf eine Korrektur zusteuerte, wurde Buffett von CNBC zu dem Kursrückgang befragt. Seine Antwort fiel bemerkenswert nüchtern aus.

Buffett ordnet den Rückschlag mit drei Worten ein

„Dreimal ist es seitdem, dass ich die Leitung bei Berkshire übernommen habe, um mehr als 50% gefallen", sagte Buffett damals. „Das ist nichts." Zu diesem Zeitpunkt verfügte Berkshire Hathaway über einen großen Bargeldbestand – und die Bemerkung implizierte, dass der Kursrückgang nicht ausreichte, um dieses Kapital einzusetzen. Buffetts Einschätzung erwies sich als weitsichtig: Der Markt zog bald wieder an, stieg deutlich und erreichte innerhalb weniger Wochen neue Allzeithöchststände.

Der Ratschlag erinnert daran, dass ein Verlust von 5 Prozent des Portfolios an einem einzigen Handelstag zwar schmerzhaft ist, aber kein Grund zur Panik. Marktkorrekturen treten im Durchschnitt etwa alle 18 Monate auf und sind damit ein normaler Bestandteil des Anlagezyklus. Der Aktienmarkt ist kurzfristig unvorhersehbar – und Buffetts Kommentar vor der damaligen Rallye zeigt, dass sich die Verluste vom Donnerstag in den kommenden Tagen oder Wochen durchaus ausgleichen können.

Gierig werden, wenn andere ängstlich sind

Ein weiterer bekannter Buffettscher Leitsatz erscheint derzeit ebenfalls passend: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind, und ängstlich, wenn andere gierig sind." Der Verkauf am Donnerstag wirkt wie viel Angst, getrieben vom Thema Rechenzentren. Zuvor hatten bereits Sorgen um hohe Zinsen und große Kapitalausgaben den Sektor belastet.

Dabei liefern die Tech-Aktien im Zentrum des KI-Booms trotz aller Blasen-Sorgen weiterhin starke Ergebnisse bei Umsatz und Gewinn. Auch die Bewertungen erscheinen weiterhin vernünftig: Nvidia handelt aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von weniger als 23, Meta Platforms weist ein KGV von lediglich 20 auf. Solche Kennzahlen deuten darauf hin, dass einige dieser Titel überverkauft und unterbewertet wirken.

Eine vollständige Abkehr von Rechenzentren erscheint ohnehin unwahrscheinlich. Zudem besteht die Möglichkeit, dass neue Kapazitäten in benachbarte Bundesstaaten oder sogar ins Ausland abwandern. Die Nachfrage nach KI-Kapazitäten ist so stark, dass an anderer Stelle neue Rechenleistung geschaffen werden muss.

Der Einbruch vom Donnerstag diente damit auch als nüchterne Erinnerung daran, wie schnell sich die Stimmung drehen kann. Schließlich sind KI-Aktien in diesem Jahr stark gestiegen und haben sich vielfach verdoppelt oder besser entwickelt – selbst nach dem Rückschlag. Ein Großteil dieser Gewinne war stimmungsgetrieben und lässt sich entsprechend leicht wieder verwischen, sobald sich die Stimmung ändert.

Für deutsche Anleger gilt daher: Der langfristige Blick bleibt entscheidend. Kursrückschläge bei hochwertigen Titeln können Chancen eröffnen – vorausgesetzt, man lässt sich nicht von kurzfristiger Panik leiten.

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