Nvidia-Aktie: 10.000 Dollar könnten in zehn Jahren 52.000 Dollar werden
The Motley Fool modelliert Nvidias Wachstum bis 2036 und kommt auf einen Aktienkurs von rund 1.200 Dollar.

Nvidia (NVDA) war eine der besten Anlagemöglichkeiten des vergangenen Jahrzehnts. Wer früh investiert war, konnte eine Rendite von über 13.500 Prozent erzielen. Eine Wiederholung dieser Performance hält The Motley Fool für das mittlerweile weltgrößte Unternehmen allerdings für mathematisch und wirtschaftlich unmöglich. Dennoch sieht der Autor der Analyse für die kommenden zehn Jahre starkes Aufwärtspotenzial.
Zum aktuellen Aktienkurs von rund 230 Dollar könnten Anleger mit 10.000 Dollar etwa 43 Aktien erwerben. Nvidia ist der führende Akteur in der KI-Infrastruktur, und es gibt laut der Analyse wenig Hinweise darauf, dass Konkurrenten das Unternehmen von seiner Spitzenposition verdrängen werden. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bleibt intensiv, und wohin die KI-Ausgaben fließen, dorthin dürfte sich auch die Nvidia-Aktie entwickeln.
Die dominante Stellung des Konzerns speist sich aus mehreren Quellen. Im KI-Training sind die Grafikprozessoren (GPUs) von Nvidia die primären Chips, mit denen KI-Modelle trainiert werden. Der Großteil des grundlegenden KI-Codes wurde auf Nvidias CUDA-Softwareplattform geschrieben und für dessen Chips optimiert – ein breiter Schutzgraben. Im wachsenden Inferenzmarkt sieht sich das Unternehmen nach der „Akquisition" von Groq und dessen Language Processing Units (LPUs) noch besser aufgestellt. Heute ist Nvidia weit mehr als ein GPU-Hersteller: CPUs, komplette Supercomputing-Architekturen, Netzwerkkomponenten und Softwareebenen machen es zum ultimativen KI-Infrastrukturunternehmen.
Die Details: Der Weg zu 1.200 Dollar pro Aktie
Die Führung von Nvidia prognostiziert, dass ihre Einnahmen trotz Engpässen in der Lieferkette im Geschäftsjahr 2028, das im Januar 2028 endet, um 70 Prozent steigen werden. Diese Umsatzwachstumsprognose wird durch die starken Renditen gestützt, die Hyperscaler und Neoclouds bei ihren Rechenzentrumsinvestitionen erzielen.
Für sein Modell lässt der Autor das Umsatzwachstum bis zum Geschäftsjahr 2033 allmählich absinken und hält es danach bei 15 Prozent. Die Ausgaben wachsen in diesem Zeitraum sequenziell um 11 Prozent, anschließend wird das sequenzielle Ausgabenwachstum auf 7 Prozent gedrosselt. Die Bruttomarge sinkt allmählich auf etwa 70 Prozent und verbleibt dort. Auf das Betriebsergebnis wird ein Steuersatz von 15 Prozent angewendet. Zusätzlich unterstellt das Modell, dass Nvidia seine Aktienanzahl – derzeit 24,3 Milliarden Stück – durch Aktienrückkäufe um 2 Prozent pro Jahr reduziert, was angesichts des starken freien Cashflows als vernünftige Kapitalrenditestrategie gilt.
Das Ergebnis dieser Annahmen: Im Geschäftsjahr 2036 würde Nvidia Einnahmen von über 4,6 Billionen Dollar und bereinigte Gewinne von rund 1,9 Billionen Dollar erzielen – das entspricht 80,50 Dollar pro Aktie. Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass alle diese Zahlen Prognosen sind.
Von dort aus wendet er ein 15-faches Forward-KGV auf die Aktie an. Dieses Multiple entspricht ungefähr dem heutigen Bewertungsniveau, basierend auf Analystenschätzungen für das Geschäftsjahr 2028. Daraus ergibt sich ein Aktienwert von rund 1.200 Dollar. Das wäre eine mehr als fünffache Rendite und würde eine heute getätigte Investition von 10.000 Dollar in eine Position verwandeln, die in zehn Jahren mehr als 52.000 Dollar wert ist.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 19.06.2026 berichtete aktien.news, dass Nvidia zu den erfolgreichsten Aktien der vergangenen Jahre gehört: Seit Juni 2021 seien die Anteilscheine um beeindruckende 1.050 Prozent gestiegen. Der Bericht hob hervor, dass Nvidia tatsächlich Dividenden ausschüttet und im Mai seine vierteljährliche Ausschüttung von 0,01 Dollar auf 0,25 Dollar je Aktie angehoben hatte.
Am 31.05.2026 schrieb aktien.news, dass die Wahl vieler Experten auf Nvidia falle, wenn Anleger nur eine einzige Aktie aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz kaufen könnten. Das Unternehmen nehme seit Beginn des KI-Ausbaus im Jahr 2023 die Führungsposition in der Branche ein, und daran habe sich bis dahin nichts geändert.
Am 23.09.2026 berichtete aktien.news, Nvidia sei das wertvollste Unternehmen der Welt und werde mit mehr als fünf Billionen US-Dollar bewertet. Wer die Aktie ein Jahrzehnt zuvor gekauft habe, habe eine Rendite von mehr als 14.000 Prozent erzielt – aus 1.000 US-Dollar seien über 14.000 US-Dollar geworden.
Einen Tag später, am 24.09.2026, meldete aktien.news, die Nvidia-Aktie sei seit Beginn des Jahres 2023 um nahezu 1.500 Prozent gestiegen. Ein Analyst von The Motley Fool, der die Aktie fast drei Jahre lang hielt, beantwortete die Frage, ob sich ein Kauf heute noch lohnt, mit einem klaren Ja.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger zeigt die Analyse vor allem eines: Die erwartete Rendite der kommenden Dekade fällt deutlich niedriger aus als in der Vergangenheit. Aus einer Rendite von über 13.500 Prozent im vergangenen Jahrzehnt wird im Modell eine mehr als fünffache Rendite. Das ist kein Widerspruch, sondern schlicht Mathematik – je größer ein Unternehmen wird, desto schwerer fällt es ihm, prozentual ähnlich stark zu wachsen.
Interessant ist der Hinweis auf die Aktienrückkäufe: Sie reduzieren die Aktienanzahl jährlich um 2 Prozent und stützen damit den Gewinn je Aktie, selbst wenn das operative Wachstum nachlässt. Anleger sollten zudem beachten, dass das Modell auf einer Reihe von Annahmen beruht – Umsatzwachstum, Ausgabenwachstum, Bruttomarge, Steuersatz und Bewertungsmultiple. Jede einzelne davon kann sich anders entwickeln als unterstellt. Der Autor selbst bezeichnet alle Zahlen ausdrücklich als Prognosen. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Der Zeitrahmen der Analyse reicht bis zum Geschäftsjahr 2036. Bis dahin soll der Umsatz auf über 4,6 Billionen Dollar steigen, der bereinigte Gewinn auf rund 1,9 Billionen Dollar beziehungsweise 80,50 Dollar pro Aktie. Für das Geschäftsjahr 2028, das im Januar 2028 endet, erwartet die Unternehmensführung ein Umsatzplus von 70 Prozent – trotz bestehender Engpässe in der Lieferkette. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, bliebe Nvidia nach Einschätzung des Autors auch in den nächsten zehn Jahren eine Top-KI-Aktie, die man besitzen sollte.
Kurz erklärt
- Forward-KGV: Bewertungskennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zu den erwarteten künftigen Gewinnen je Aktie setzt.
- GPU: Grafikprozessor, der parallel arbeitende Recheneinheiten für Aufgaben wie das Training von KI-Modellen bereitstellt.
- Inferenz: Der Betrieb eines bereits trainierten KI-Modells, also die Anwendung des Gelernten auf neue Anfragen.
- CUDA: Softwareplattform von Nvidia, auf der KI-Code geschrieben und für die eigenen Chips optimiert wird.
