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Nikkei 225 rutscht nach KI-Ausverkauf in den Bärenmarkt

Der japanische Leitindex verliert bis zu 7,1 Prozent und liegt mehr als 20 Prozent unter seinem Juni-Rekordhoch.

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Nikkei 225 rutscht nach KI-Ausverkauf in den Bärenmarkt

Der japanische Aktienmarkt hat am Freitag einen drastischen Einbruch erlebt. Der Nikkei 225 fiel um bis zu 7,1 Prozent auf einen Tiefststand von 56.745,81 Punkten und rutschte damit offiziell in einen technischen Bärenmarkt. Vom im Juni erreichten Rekordhoch von 72.831,73 Punkten trennen den Leitindex nun mehr als 20 Prozent. Erstmals seit Mai unterschritt der Index zudem die psychologisch wichtige Marke von 60.000 Punkten.

Auch der breiter gefasste Topix-Index geriet massiv unter Druck. Mit einem Rückgang von bis zu 6,4 Prozent verzeichnete er den stärksten Tagesverlust seit April 2025. Damit weitete sich die Schwäche weit über die Schwergewichte des Nikkei hinaus aus und erfasste den gesamten japanischen Markt.

Die Talfahrt ist laut Bloomberg maßgeblich auf eine breit angelegte Auflösung von Positionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zurückzuführen. Investing.com ergänzt, dass der japanische Ausverkauf durch eine massive Verkaufswelle bei Halbleiter- und KI-Aktien ausgelöst wurde. Verstärkt wurde diese durch schwache Vorgaben von der Wall Street.

Der Ausverkauf geht von der Wall Street aus

In den USA war der Nasdaq Composite um 5,5 Prozent gefallen. Der Philadelphia Semiconductor Index musste mit einem Minus von 12,3 Prozent den stärksten Tagesverlust seit März 2020 hinnehmen. Diese Zahlen setzten die asiatischen Handelsplätze am Freitag unter erheblichen Druck und gaben den Auftakt für die Verkaufswelle in Tokio.

Die Liste der Verlierer in Japan ist lang. Besonders hart traf es Kioxia Holdings mit einem Minus von 11,73 Prozent, SK Hynix verlor 9,02 Prozent und TDK gab um 7,08 Prozent nach. Weitere signifikante Verluste verzeichneten Rohm (bis zu 20 Prozent), Furukawa Electric (bis zu 19 Prozent), Resonac (15 Prozent) sowie die SoftBank Group und Advantest. Für deutsche Anleger sind diese Namen vor allem als Zulieferer und Schlüsselunternehmen der globalen Halbleiter- und Speicherchipkette relevant, die auch die europäische Technologiebörse beeinflussen kann.

Die Korrektur setzt einen bereits laufenden Abwärtstrend fort

Diese Entwicklung setzt einen Abwärtstrend fort, der bereits am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten bei Unternehmen wie Advantest, Lasertec und Kioxia begonnen hatte. Der Freitag markierte damit keine kurzfristige Eintagsfliege, sondern die Beschleunigung einer mehrtägigen Bewegung nach unten.

Marktbeobachter führen die Korrektur auf wachsende Zweifel an der Rentabilität der massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur zurück. Investoren hinterfragen zunehmend, ob die hohen Bewertungen der Technologieunternehmen durch tatsächliche Erträge gerechtfertigt sind. Zudem belasten Befürchtungen über eine strengere Regulierung der KI-Branche durch einen demokratisch kontrollierten US-Kongress sowie mögliche Verzögerungen beim Ausbau von Rechenzentren die Stimmung.

Gewinnmitnahmen und Deleveraging verstärken den Druck

Der Verkaufsdruck wurde laut Investing.com zusätzlich durch Gewinnmitnahmen und institutionelles Deleveraging verschärft. Das setzte auch andere technologieorientierte Märkte in Asien unter erheblichen Druck. Der Begriff Deleveraging beschreibt den Abbau von Schulden beziehungsweise gehebelten Positionen — ein Prozess, der Verkäufe oft unabhängig von der fundamentalen Bewertung einzelner Titel auslöst und Bewegungen dadurch verstärkt.

Für den japanischen Markt bedeutet der Freitag einen markanten Einschnitt. Nach dem Rekordhoch vom Juni hatte der Nikkei 225 lange von der Euphorie rund um KI und Halbleiter profitiert. Nun zeigt sich, wie eng die Bewertung des Leitindex an die Erwartungen der Technologiebranche gekoppelt ist. Ob die Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen dauerhaft Bestand haben, dürfte in den kommenden Handelstagen über die Richtung an den asiatischen und westlichen Börsen mitentscheiden.

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