New York Times nennt Adam Back als Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto
Eine einjährige Untersuchung des renommierten Investigativjournalisten John Carreyrou bringt den Blockstream-CEO mit dem Bitcoin-Pseudonym in Verbindung.

Die New York Times hat eine aufsehenerregende Untersuchung veröffentlicht, die den 55-jährigen Adam Back – CEO von Blockstream und prominenter Kryptograph – als stärksten Kandidaten für die Identität von Satoshi Nakamoto identifiziert. Nakamoto ist der pseudonyme Schöpfer von Bitcoin, der das revolutionäre digitale Währungssystem im Jahr 2008 einführte und dessen wahre Identität bis heute eines der größten Rätsel der Finanzwelt geblieben ist.
Verfasst wurde die Untersuchung von John Carreyrou, der durch die Aufdeckung des Theranos-Skandals im Jahr 2015 weltweite Bekanntheit erlangte. Carreyrou stützt seine Schlussfolgerungen auf mehrere Indizien: ähnliche Formulierungen, Rechtschreibung und Grammatik in den Beiträgen von Back und Satoshi in frühen Online-Foren, überschneidende Zeitpläne der Online-Aktivitäten sowie Backs frühe Arbeit an Hashcash – einem Proof-of-Work-System, das für das Bitcoin-Mining grundlegend ist.
Adam Back dementiert erneut
Back selbst hat Spekulationen über seine Identität als Satoshi Nakamoto über die Jahre hinweg stets zurückgewiesen. Am Mittwoch bekräftigte er seine Ablehnung in einer Reihe von Beiträgen auf der Plattform X. Damit setzt er eine langjährige Praxis fort, solche Behauptungen konsequent zu dementieren.
Die einjährige Untersuchung der New York Times ist bei weitem nicht der erste Versuch, das Geheimnis um Nakamotos Identität zu lüften. Adam Back gilt neben den Informatikern Hal Finney und Nick Szabo seit Langem als einer der plausibelsten Kandidaten in der Kryptowährungs-Community. Erst 2024 identifizierte die HBO-Dokumentation „Money Electric: The Bitcoin Mystery" den Entwickler Peter Todd als vermeintlichen Bitcoin-Schöpfer – auch diese Behauptung blieb umstritten.
Kein Einfluss auf Bitcoin-Fundamentaldaten erwartet
Die Kryptowährungs-Community vertritt seit jeher die Ansicht, dass das Rätsel um Nakamotos Identität finanziell kaum von Bedeutung sei. Bitcoin werde seit mehr als zehn Jahren unabhängig betrieben, und selbst eine bewiesene Enthüllung der Gründeridentität hätte nach dieser Einschätzung kaum Auswirkungen auf die Fundamentaldaten der Kryptowährung. Für Investoren könnte es sogar vorteilhaft sein, wenn dies so bleibe.
Der Bitcoin-Kurs zeigte sich am Mittwoch unbeeindruckt von den Schlagzeilen und legte im Rahmen einer breit angelegten Markterholung deutlich zu. Zuletzt notierte Bitcoin mit einem Plus von 4,4 Prozent bei 71.732,79 US-Dollar. Die Erholung stand im Zusammenhang mit dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran.
Hintergrund: Wer ist Adam Back?
Adam Back ist in der Bitcoin- und Kryptographie-Welt keine unbekannte Figur. Als Erfinder von Hashcash – einem Anti-Spam-System, das auf dem Proof-of-Work-Prinzip basiert – leistete er bereits vor der Entstehung von Bitcoin wichtige Vorarbeit für die Technologie, auf der die Kryptowährung aufbaut. Hashcash wird im Bitcoin-Whitepaper von Satoshi Nakamoto explizit erwähnt, was Back schon früh in den Fokus von Spekulationen rückte. Heute leitet er Blockstream, eines der einflussreichsten Unternehmen im Bitcoin-Ökosystem, das sich auf die Weiterentwicklung der Bitcoin-Infrastruktur spezialisiert hat.
Ob Carreyrous Untersuchung das jahrelange Rätsel endgültig löst, bleibt abzuwarten. Solange Back selbst keine Bestätigung liefert und keine unwiderlegbaren kryptographischen Beweise vorgelegt werden – etwa eine Signatur mit Nakamotos ursprünglichen privaten Schlüsseln – dürfte die Debatte um die wahre Identität des Bitcoin-Gründers weitergehen.
