MP Materials kehrt mit staatlicher Preisgarantie in die Gewinnzone zurück
Das US-Seltenerd-Unternehmen übertrifft im vierten Quartal die Analystenerwartungen dank einer Preissicherungsvereinbarung mit Washington.

MP Materials hat im vierten Quartal 2024 die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Das Unternehmen, das die einzige Seltenerd-Mine Nordamerikas betreibt, erzielte einen Nettogewinn von 9,4 Millionen US-Dollar – nach einem Nettoverlust von 22,3 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Je Aktie entspricht das einem Gewinn von 5 Cent gegenüber einem Verlust von 14 Cent im Vorjahresquartal.
Entscheidend für diesen Turnaround war eine Preissicherungsvereinbarung mit der US-Regierung, die dem Unternehmen im abgelaufenen Quartal Einnahmen von 51 Millionen US-Dollar einbrachte. Washington garantiert MP Materials dabei eine Preisuntergrenze von 110 US-Dollar pro Kilogramm für seine Seltenen Erden. Die tatsächlichen Marktpreise haben sich in den vergangenen sieben Monaten nahezu verdoppelt und liegen inzwischen über dieser Untergrenze.
Bereinigt um aktienbasierte Vergütungsaufwendungen und Einmaleffekte erzielte das Unternehmen 9 Cent je Aktie. Analysten hatten laut IBES-Daten von LSEG lediglich mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Trotz der positiven Zahlen verlor die Aktie im nachbörslichen Handel 2,9 Prozent auf 58,25 US-Dollar.
Strategischer Rückzug aus China und Aufbau eigener Kapazitäten
MP Materials hat im vergangenen Jahr den Export Seltener Erden zur Verarbeitung nach China eingestellt – ein strategisch bedeutsamer Schritt, der jedoch zunächst eine wichtige Einnahmequelle wegfallen ließ. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine eigenen Verarbeitungskapazitäten in Kalifornien aus. Seltene Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, die zur Herstellung von Hochleistungsmagneten benötigt werden – unverzichtbar für Elektrofahrzeuge, Rüstungsgüter und Elektronikgeräte. China dominiert diesen Markt bislang weltweit.
Im Bereich Magnetik erzielte MP Materials im vierten Quartal einen Umsatz von 19,9 Millionen US-Dollar und einen bereinigten Segmentgewinn von 8,4 Millionen US-Dollar. Die Magnetfabrik im texanischen Fort Worth wurde im Laufe des vergangenen Jahres schrittweise hochgefahren. Diese Produkte finden direkt Abnehmer in der US-Industrie und beim Militär.
Zweite Magnetfabrik im Auftrag des Pentagon
Das Unternehmen gab zudem bekannt, im Rahmen seiner Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium eine zweite Magnetfabrik zu errichten. Diese soll eine jährliche Kapazität von 10.000 Tonnen Magneten erreichen und die Versorgungssicherheit der USA bei kritischen Mineralien weiter stärken. Die Vereinbarung mit Washington aus dem Jahr 2025 zielt explizit darauf ab, die chinesische Dominanz bei diesen strategisch wichtigen Rohstoffen zu verringern.
Für deutsche Anleger ist MP Materials ein Barometer für die westliche Strategie zur Reduktion der Abhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferketten. Die Kombination aus staatlicher Preisunterstützung, wachsender Magnetproduktion und einem klaren politischen Rückenwind aus Washington macht das Unternehmen zu einem zentralen Akteur im globalen Wettbewerb um kritische Mineralien.
