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Molybdän-Markt steuert auf Rekordpreise durch anhaltende Angebotsdefizite

Analysten von BMO Capital Markets erwarten 2027 das sechste Defizitjahr in Folge – Preise bereits 43 Prozent im Plus.

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Molybdän-Markt steuert auf Rekordpreise durch anhaltende Angebotsdefizite

Der globale Molybdän-Markt befindet sich in einer strukturellen Angebotskrise. Analysten von BMO Capital Markets prognostizieren für 2027 das sechste aufeinanderfolgende Jahr mit einem Angebotsdefizit – und sehen die Preise auf dem Weg zu neuen Rekordständen. Für Industrieanleger und Rohstoffbeobachter ist das Metall damit eines der spannendsten Themen im aktuellen Commodities-Umfeld.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Halbjahr 2026 stieg die weltweite Nachfrage nach Molybdän laut Daten der International Molybdenum Association um 8,5 Prozent auf 358,2 Millionen Pfund. Das Angebot hingegen sank um 0,6 Prozent auf 335,6 Millionen Pfund – ein Fehlbetrag von 22,6 Millionen Pfund allein in diesem Zeitraum. Bis Ende 2025 hatte sich das kumulierte globale Defizit bereits auf 108 Millionen Pfund aufgetürmt, was etwa zwei Monaten des weltweiten Gesamtverbrauchs entspricht.

Die BMO-Analysten George Heppel, Raj Ray und Helen Amos bezeichnen Molybdän als „Star Performer" im aktuellen Rohstoffumfeld. Seit Jahresbeginn 2026 ist der Preis um rund 43 Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 41,97 US-Dollar je Pfund. Die verfügbaren Lagerbestände sind dabei so weit abgeschmolzen, dass der Markt kaum noch Puffer besitzt, um weitere Angebotsschocks abzufedern.

Strukturelle Engpässe auf der Angebotsseite

Die Produktionsprobleme sind vielschichtig. Rund 60 Prozent der weltweiten Molybdän-Produktion fällt als Nebenprodukt des Kupferbergbaus an, vor allem in Südamerika. In Chile und Peru belasten sinkende Kupfergehalte, tiefere Abbautiefen, Wasserknappheit und anhaltende Unterinvestitionen die Förderung. Die chilenische Produktion, die 2017 ihren Höhepunkt erreichte, befindet sich seitdem im kontinuierlichen Rückgang. Das südamerikanische Gesamtangebot stagniert seit fast einem Jahrzehnt.

Auch China, der weltweit führende Molybdän-Lieferant, steht vor erheblichen Hürden. Ressourcenerschöpfung sowie verschärfte Umwelt- und Sicherheitsvorschriften schränken die Reaktionsfähigkeit der chinesischen Industrie auf Preissignale ein. Großprojekte wie die Shapinggou-Mine von Zijin Mining befinden sich zwar in der Entwicklung, sollen aber erst rund 2029 ihre volle Produktionskapazität erreichen.

Als alternative Bezugsquelle hat Myanmar zuletzt mehr Material geliefert. Die BMO-Analysten betonen jedoch, dass es sich dabei überwiegend um minderwertiges Erz handelt – kein konventionelles Molybdän-Konzentrat, das für hochwertige Industrieanwendungen benötigt wird. Diese Lieferungen dürften das strukturelle Ungleichgewicht daher kaum verändern. Auch aus Kasachstan, wo die Kupferminenproduktion ausgeweitet wurde, erwartet BMO kein signifikantes weiteres Wachstum.

Unverzichtbares Industriemetall mit unelastischer Nachfrage

Molybdän ist ein unverzichtbarer Werkstoff in der Luft- und Raumfahrt, der Energiewirtschaft und der Rüstungsindustrie. Es wird eingesetzt, um Stahl zu härten sowie dessen Hitze- und Korrosionsbeständigkeit zu verbessern. Da das Metall in seinen zahlreichen Anwendungsbereichen kaum substituierbar ist, reagiert die Nachfrage nur wenig auf Preisveränderungen – Fachleute sprechen von einer inelastischen Nachfrage.

Die BMO-Analysten warnen: Bleibt eine signifikante Angebotsreaktion aus, könnte der Markt letztlich nur durch „Demand Destruction" ins Gleichgewicht finden – also durch Preise, die so hoch steigen, dass Industrieabnehmer ihren Verbrauch zwangsläufig drosseln müssen.

Investmentchancen für Anleger

BMO Capital Markets benennt konkrete Unternehmen, die von der Marktanspannung profitieren könnten. Centerra Gold wird als bevorzugtes Investment hervorgehoben, insbesondere wegen seiner vertikal integrierten nordamerikanischen Plattform. Dazu gehören die Langeloth-Verarbeitungsanlage sowie die Thompson-Creek-Mine in Idaho, die bis Mitte 2027 die Produktion aufnehmen soll. Der Abschluss des Investitionsprogramms für Thompson Creek gilt als wichtiger Kurstreiber.

Für Anleger, die eine breitere Diversifikation bevorzugen, bleibt Freeport-McMoRan ein zentraler Name. Mit den Climax- und Henderson-Minen in Colorado verfügt das Unternehmen über erhebliches Molybdän-Exposure – das Metall macht 7,3 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Angesichts fehlender neuer Projekte und schwindender Lagerbestände dürften diese Produzenten eine Schlüsselrolle in der künftigen Angebotsreaktion spielen.

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