Meta verpflichtet sich zu weiteren 21 Milliarden Dollar bei CoreWeave
Der Social-Media-Konzern verdoppelt seine KI-Infrastrukturinvestitionen mit einem neuen Milliarden-Deal für Cloud-Rechenkapazitäten.

Meta hat eine neue Vereinbarung mit dem KI-Cloud-Anbieter CoreWeave über 21 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Der Deal ergänzt einen bereits bestehenden Vertrag über 14,2 Milliarden Dollar, der im September bekannt gegeben worden war. Damit belaufen sich Metas Gesamtverpflichtungen gegenüber CoreWeave auf insgesamt 35,2 Milliarden Dollar – ein deutliches Signal für den enormen Kapitalbedarf im KI-Wettbewerb.
Die neue Vereinbarung läuft von 2027 bis 2032, während der frühere Vertrag eine Laufzeit bis 2031 hat. Die Aktien beider Unternehmen reagierten positiv auf die Nachricht: Meta legte am Donnerstag rund 2 Prozent zu, CoreWeave verzeichnete ein Plus von 3 Prozent.
Nvidia-GPUs als Rückgrat der KI-Infrastruktur
CoreWeaves Rechenzentren sind mit Hunderttausenden von Nvidia-Grafikprozessoren ausgestattet, die speziell für den Betrieb von KI-Modellen geeignet sind. Das Unternehmen bedient neben Meta auch Technologieriesen wie Google, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und OpenAI. Für Hyperscaler, die ihre KI-Kapazitäten schnell ausbauen müssen, stellt CoreWeave damit eine unverzichtbare Infrastruktur bereit – um die von der Branche als „unersättlich" beschriebene Nachfrage zu bedienen.
Ein Meta-Sprecher erklärte in einer Stellungnahme, der CoreWeave-Deal sei „Teil unseres portfoliobasierten Infrastrukturansatzes, da wir in Kapazitäten für unsere KI-Ambitionen investieren". CoreWeave-Chef Intrator betonte, die Infrastruktur seines Unternehmens ermögliche Meta eine bessere Nutzung der gesamten akquirierten KI-Talente. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit 2023.
Metas KI-Ambitionen kosten Milliarden
Der neue Deal fügt sich in Metas massiven Investitionsplan ein. Im jüngsten Quartalsbericht gab das Unternehmen bekannt, in diesem Jahr Investitionsausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar zu planen – fast das Doppelte der Investitionssumme von 2025 und deutlich über den Erwartungen der Wall Street. Bereits im März hatte Meta angekündigt, 10 Milliarden Dollar in ein Rechenzentrum im US-Bundesstaat Texas zu investieren.
Trotz dieser enormen Ausgaben kämpft Meta darum, in der Welt der KI-Modelle Fuß zu fassen. Der Markt wird derzeit von OpenAI, Anthropic und Google dominiert. Um aufzuholen, hat Meta hohe Summen investiert, um die Gruppe „Superintelligence Labs" zu gründen, die fortschrittliche KI-Modelle entwickelt. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen sein neues Modell namens Muse Spark an.
CoreWeave diversifiziert sich von Microsoft
Für CoreWeave ist der Meta-Deal strategisch besonders wertvoll. Das Unternehmen, das erst im vergangenen Jahr an die Börse ging, erwirtschaftete 2024 noch 62 Prozent seines Umsatzes mit Microsoft. Künftig soll kein einzelner Kunde mehr als 35 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, wie Intrator ankündigte.
Finanziell steht CoreWeave unter erheblichem Druck: Ende 2025 wies das Unternehmen Schulden von 21 Milliarden Dollar in seiner Bilanz aus und lieh sich im März weitere 8,5 Milliarden Dollar, um die Infrastruktur für neue Verträge auszubauen. An der Börse läuft es jedoch gut: Die CoreWeave-Aktie hat im bisherigen Jahresverlauf rund 24 Prozent zugelegt – während der S&P 500 im gleichen Zeitraum etwa 1 Prozent verloren hat. Meta hingegen verzeichnet bislang ein Minus von rund 7 Prozent im laufenden Jahr.
Intrator zeigte sich zuversichtlich, dass die Partnerschaft mit Meta weiter wachsen werde – auch wenn der Facebook-Mutterkonzern parallel weitere eigene Rechenzentren eröffnet. Der KI-Infrastrukturmarkt bleibt damit einer der dynamischsten und kapitalintensivsten Wachstumsbereiche der Technologiebranche.
