ANZEIGE

Amazon-Chef Jassy: KI-Umsatz überschreitet 15 Milliarden Dollar Jahresrate

Andy Jassy enthüllt im Aktionärsbrief erstmals konkrete KI-Umsatzzahlen und deutet künftige Chip-Verkäufe an Dritte an.

•• 2 Min
Amazon-Chef Jassy: KI-Umsatz überschreitet 15 Milliarden Dollar Jahresrate

Amazon-Chef Andy Jassy hat in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre erstmals konkrete Zahlen zum KI-Geschäft des Konzerns offengelegt. Demnach erzielen die KI-Dienste der Cloud-Sparte AWS im ersten Quartal 2026 eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Die Aktie reagierte positiv: Im vorbörslichen Handel legte das Papier um 2 Prozent zu.

Die Offenlegung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Amazon steht wie seine Wettbewerber unter erheblichem Druck, den Nachweis zu erbringen, dass die massiven KI-Investitionen tatsächlich Früchte tragen. Erst im Februar hatte der Konzern angekündigt, die Investitionsausgaben (Capex) in diesem Jahr auf 200 Milliarden US-Dollar zu steigern – ein Wert, der Anleger verunsicherte und Spekulationen über eine mögliche Branchenblase auslöste.

Jassy verteidigte die Ausgabenstrategie in klaren Worten: „Wir sind bereit, hohe Capex-Investitionen zu tätigen und kurzfristigen Gegenwind beim freien Cashflow in Kauf zu nehmen, um einen erheblichen mittel- bis langfristigen FCF-Überschuss zu erzielen. KI ist eine einmalige Gelegenheit, bei der das aktuelle Wachstum beispiellos ist und das zukünftige Wachstum sogar noch größer sein wird."

Chip-Geschäft mit explosivem Wachstum

Besonders bemerkenswert sind die Zahlen rund um Amazons eigenes Chip-Geschäft. Die annualisierte Umsatzrate des Bereichs – der Graviton-Prozessoren, Trainium-KI-Chips und Nitro-Netzwerkkarten umfasst – hat sich auf über 20 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Zum Vergleich: Noch bei den Ergebnissen für das vierte Quartal hatte Amazon einen Wert von 10 Milliarden US-Dollar genannt.

Jassy ging noch einen Schritt weiter und skizzierte das theoretische Potenzial des Chip-Geschäfts: „Wäre unser Chipgeschäft ein eigenständiges Unternehmen und würde die in diesem Jahr produzierten Chips an AWS und andere Dritte verkaufen, läge unsere jährliche Run-Rate bei etwa 50 Milliarden US-Dollar." Diese Aussage verdeutlicht, welchen strategischen Wert Amazon seiner eigenen Chip-Entwicklung beimisst.

Der Hintergrund: Große Technologiekonzerne investieren zunehmend in eigene Halbleiter, um die Abhängigkeit von externen Anbietern wie Nvidia zu reduzieren. Amazon konkurriert in diesem Bereich direkt mit Schwergewichten wie <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft, Alphabet (Google) und Nvidia selbst – allesamt Unternehmen, die massiv in KI-Infrastruktur investieren.

Mögliche Chip-Verkäufe an Dritte

Ein besonders zukunftsweisender Hinweis im Aktionärsbrief betrifft den möglichen Verkauf von Chips an externe Kunden. Jassy schrieb: „Die Nachfrage nach unseren Chips ist so groß, dass es gut möglich ist, dass wir in Zukunft ganze Racks davon an Dritte verkaufen werden." Dies würde Amazon in direkten Wettbewerb mit etablierten Chip-Anbietern bringen und ein völlig neues Geschäftsfeld eröffnen.

Das Analysehaus Citron Research reagierte enthusiastisch auf die Neuigkeiten. In einem Post auf X kommentierte Citron: „Zu überzeugend, um Amazon nicht zu kommentieren" – und setzte ein Kursziel von 300 US-Dollar für die Amazon-Aktie fest. Citron bezeichnete das Chip-Geschäft zudem als „ein weiteres Billionen-Dollar-Unternehmen, das in Amazon verborgen ist."

Für deutsche Anleger sind diese Zahlen ein wichtiges Signal: Amazon positioniert sich nicht mehr nur als Cloud- und E-Commerce-Konzern, sondern als vollintegrierter KI-Infrastrukturanbieter – von der Hardware bis zum fertigen Dienst. Die erstmalige Offenlegung konkreter KI-Umsatzzahlen dürfte das Vertrauen in die langfristige Strategie des Unternehmens stärken und den Druck auf Wettbewerber erhöhen, ähnliche Transparenz zu zeigen.

Amazon Ki UmsatzAndy Jassy AktionärsbriefAws Ki-DiensteAmazon Chip-GeschäftTrainium GravitonAmazon Capex InvestitionenKi-Infrastruktur Cloud

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer