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Meta-Aktie bricht ein: Zuckerberg jongliert zu viele Projekte gleichzeitig

Metas Quartalszahlen enttäuschten – doch das eigentliche Problem ist Zuckerbergs Hang zu kostspieligen Nebenprojekten ohne klare Erträge.

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Meta-Aktie bricht ein: Zuckerberg jongliert zu viele Projekte gleichzeitig

Meta Platforms erlebte am Donnerstag einen harten Börsentag: Die Aktien des Facebook- und Instagram-Konzerns fielen um 9 Prozent, nachdem die Ergebnisse des zweiten Quartals die Erwartungen der Analysten verfehlt hatten. Doch der eigentliche Grund für die Nervosität der Investoren liegt tiefer – und hat weniger mit den aktuellen Zahlen zu tun als mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.

Rechnet man Einmaleffekte heraus, hätte der operative Gewinn den Prognosen von 22 Milliarden US-Dollar entsprochen. Das Kerngeschäft läuft also rund. Meta schaltete im zweiten Quartal 14 Prozent mehr Anzeigen als im Vorjahreszeitraum und erzielte dabei im Durchschnitt 12 Prozent höhere Preise. Die Instagram-Nutzer verbrachten zudem mehr als 10 Prozent mehr Zeit auf der Plattform. Derzeit stammen 98 Prozent des Unternehmensumsatzes aus dem Anzeigengeschäft in sozialen Netzwerken – hauptsächlich Facebook und Instagram.

Zuckerberg plant in alle Richtungen gleichzeitig

Was Investoren beunruhigt, ist CEO Mark Zuckerbergs Drang, das Unternehmen in zahlreiche neue Geschäftsfelder zu führen – und das gleichzeitig. Meta arbeitet derzeit an Coding-Agenten, Assistenten zur Aufgabenausführung, Rechenzentrumsvermietung und Kundenservice-Bots. Details zu Umsatz und Zeitplan für viele dieser Innovationen sind jedoch spärlich. In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen sagte Zuckerberg nicht weniger als zehnmal, dass verschiedene spannende Dinge „bald" passieren würden – eine Aussage, die Analysten und Anleger wenig konkret fanden.

Tech-Investoren sind solche sogenannten „Side Quests" – also Nebenmissionen abseits des Kerngeschäfts – durchaus gewohnt. Alphabet etwa investiert in Waymos selbstfahrende Autos, Proteinfaltung und Quantencomputer, Amazon betreibt ein Satellitennetzwerk. Manchmal werden daraus riesige Geschäftsbereiche, wie die Cloud-Computing-Sparten von Amazon und Microsoft. Wenn sie scheitern, stehen Investoren meist nicht viel schlechter da.

750 Milliarden Dollar für KI-„Superintelligenz"

Bei Meta ist das Risikoprofil jedoch ein anderes. Zuckerberg muss seine Nebenprojekte zum Erfolg führen, um seine enormen Ausgabenpläne zu rechtfertigen. Laut Schätzungen von LSEG-Analysten könnte das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren fast 750 Milliarden US-Dollar investieren, um eine KI-„Superintelligenz" zu entwickeln. Dieser Einsatz könnte Billionen wert sein – oder sehr wenig, wenn das Vorhaben scheitert. Ohne kurzfristigere Erträge auf diesem Weg wird es für Meta zunehmend schwieriger, Kapital zu mobilisieren.

Ein Vergleich mit Elon Musk drängt sich auf: Auch SpaceX expandiert in mehrere Richtungen, um Musks langfristige Vision der Mars-Kolonialisierung zu finanzieren. Der entscheidende Unterschied: Musk hat bereits bewiesen, dass er mehrere Dinge gleichzeitig gut umsetzen kann – vom Bau von Elektroautos bis zum Start von Raketen. Zuckerbergs Bilanz außerhalb des Kerngeschäfts ist weniger überzeugend. Das gescheiterte Metaverse-Projekt steht als mahnendes Beispiel.

Die Skepsis der Märkte spiegelt sich auch in der Bewertung wider. Laut LSEG wird die Meta-Aktie derzeit mit dem 17-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt – dem niedrigsten Multiplikator seit drei Jahren und dem schwächsten Wert innerhalb der sogenannten „Magnificent 7", zu denen neben Meta auch Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia und Tesla gehören. Zuckerberg möchte ein Tausendsassa sein. Vorerst aber bleibt Meta ein Meister in nur einer Disziplin: dem Verkauf von Online-Werbung.

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