Mercosur-Deal: EU-Abstimmung trotz französischem Widerstand
Die EU-Botschafter entscheiden heute über das umstrittene Freihandelsabkommen mit Südamerika. Trotz Macrons Veto rechnen Beobachter mit einer Mehrheit für den Deal.

Heute fällt in Brüssel eine wegweisende Entscheidung für den globalen Handel: Die Botschafter der 27 EU-Mitgliedsstaaten stimmen über das Mercosur-Freihandelsabkommen ab. Das Abkommen würde die größte Freihandelszone der Welt zwischen der EU und den vier südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay schaffen.
Von der Leyen plant Unterzeichnung in Paraguay
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat bereits ihre Reise nach Paraguay für kommende Woche angekündigt, um den Deal persönlich zu unterzeichnen. Ursprünglich war dieser Schritt bereits für Dezember vorgesehen, wurde jedoch aufgrund massiver Widerstände verschoben.
Frankreich bleibt bei hartem Nein
Präsident Emmanuel Macron bekräftigte gestern die ablehnende Haltung seines Landes. "Trotz unbestreitbarer Fortschritte und Nachbesserungen wird das Abkommen in Frankreich politisch einstimmig abgelehnt", erklärte Macron. Die jüngsten Debatten in Nationalversammlung und Senat hätten dies deutlich gezeigt. Auch Italien und Polen äußerten Bedenken wegen möglicher Nachteile für ihre Landwirtschaft.
Qualifizierte Mehrheit gilt als sicher
Trotz der Opposition führender Mitgliedsstaaten rechnen Experten mit einem positiven Votum. Für die qualifizierte Mehrheit müssen 15 der 27 EU-Staaten zustimmen, die zusammen mindestens 65 Prozent der EU-Gesamtbevölkerung repräsentieren. Diese Hürde dürfte nach Einschätzung von Beobachtern genommen werden.
Bedeutung für Investoren und Märkte
Das Mercosur-Abkommen hätte erhebliche Auswirkungen auf internationale Handelsströme und könnte neue Investitionschancen in Südamerika eröffnen. Insbesondere europäische Exporteure und Rohstoffunternehmen könnten von reduzierten Zöllen und vereinfachten Handelsbeziehungen profitieren. Die Märkte beobachten die Entwicklung daher mit großem Interesse.
